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22. Juni 2015

High Noon im Gemüsebeet

Die Gartenbloggerin hat sich eine Pump Action zugelegt. In der Hoffnung, dass sich das unter den Katzen im Quartier rasch herumspricht.

Wasserpistole
Ab sofort wird nass geschossen im Bohnebluescht-Garten!

Eigentlich bin ich ja ein friedliebender Mensch. Und ein tierliebender dazu. Doch was zu viel ist, ist zu viel. Und darum musste ich am Freitag dringendst shoppen gehen. Nicht wie sonst im Gartencenter, sondern für ein Mal in einem Spielzeugladen: Eine Wasserspistole musste her, je grösser desto besser.
Der Grund für diesen zugegebenermassen etwas kindischen Einkauf war nicht etwa das Anstehen eines weiteren Kindergeburtstags (Sohnemann und Kumpel stehen derzeit mehr auf diese Pistolen, bei denen man mit so einer Art Schaumgummiböbbel rumballert). Schön wärs. Nein, Grund war vielmehr die Tatsache, dass die Katzen unseres Quartiers meine Gemüse- und Blumenbeete neuerdings zum Versäuberungsplatz Nummer 1 auserkoren haben.
Bisher war die laufende Gartensaison Katzen- und damit auch Katzenkot-technisch gesehen recht entspannt. Was damit zusammenhängen mag, dass sich unser Nachbar links Anfang Jahr einen Hund zugelegt hatte. Unterdessen scheint es sich aber auch beim letzten Stubentiger rumgesprochen haben, dass besagter Hund zwar bellen, aber nicht beissen kann, da hinter einem hohen Zaun versorgt.
Item: Der Hund bellt, die Katze scheisst, und ich kotze. Sorry für die drastische Wortwahl, aber wie soll ich es sonst benennen, wenn Garfield und Co. laufend auf die Kohlräbli und Erdöpfel käckerlen, auf die Zitronenmelisse und den Baumspinat brünzeln und am Buchs und den Pfingstrosen markieren? Zumal sie ihr «Geschäft» jeweils auch noch mit heftigem Scharren abzuschliessen pflegen. Das hält kein Rüebli und keine Buschbohne aus. Und ich erst recht nicht.
Endgültig den Nuggi rausgehauen hat mir aber der Fund einer meiner garteneigenen Blindschleichen, die offensichtlich zu Tode gespielt worden war. Und drum bin ich jetzt stolze Besitzerin eines martialischen Super Soaker mit 2,5-Liter-Tank, 11,5 Meter Reichweite und 3 (!) verschiedenen Wasserstrahlsorten. Ich denke, das sollte reichen, um die Katzen das Fürchten zu lehren. Bei den Hühnern haben die fünf Wasserstrahlen auf jeden Fall schon mal funktioniert: Idefix zumindest wird sich nicht so bald wieder auf meinem Liegestuhl breitmachen.
Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wo ich das Super-Soaker-Teil in Zukunft deponiere. Als ich es mir nämlich gestern Nachmittag schnappen wollte, um einen ersten Garfield aus dem Beet zu schiessen, tobte in unserem Garten zwischen Sohne- und Herzensmann gerade – eine Schaumgummiböbbel-gegen-Wasserstrahl-Schlacht.
Wie vertreibt Ihr Garfield und Co.? Greift Ihr wie Frau Bohnebluescht zur Kanone, oder versucht Ihrs eher mit Psychologie und Charme? Teilt uns Eure Tricks in einem Kommentar mit, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos.

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger