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08. Juni 2015

Herzrhythmusstörungen vorbeugen

Ein gesundes Herz schlägt ein Leben lang zuverlässig und unauffällig. Doch wehe, es kommt ins Stottern! Wie man Herzrhythmusstörungen erkennt und wie man ihnen vorbeugt.

Regelmässig, aber in Massen: Sport treiben hält das Herz in Schwung. Und mit einem Messgerät hat man den Puls unter Kontrolle
Regelmässig, aber in Massen: Sport treiben hält das Herz in Schwung. Und mit einem Messgerät hat man den Puls unter Kontrolle (Bild: iStockphoto).

Unser Herz schlägt ein Leben lang meist regelmässig wie ein Uhrwerk. Als natürlicher Herzschrittmacher tätig ist ein Häufchen spezialisierter Zellen, der sogenannte Sinusknoten. Sein Impuls führt zum koordinierten Zusammenziehen der Herzvorhöfe und Herzkammern, das Herz pumpt Blut.

Wenn dieses System gestört ist, das Herz also unkoordiniert schlägt, spricht man von Herzrhythmusstörungen. Dazu gehören Aussetzer, Herzstolpern oder Herzrasen. Herzrhythmusstörungen können zu Schwindel oder Bewusstlosigkeit, im Extremfall zum plötzlichen Herztod führen.

Häufige Ursachen für Herzrhythmusstörungen

Ob Herzrhythmusstörungen bedenklich sind, hängt von deren Ursache ab. Einzelne Extraschläge kommen häufig vor und haben in der Regel keinen Krankheitswert. Grössere Turbulenzen des Herzrhythmus können aber ein Hinweis auf eine Herzerkrankung sein wie hoher Blutdruck, Durchblutungsstörungen am Herzen, Herzschwäche, Herzklappenfehler, Herzmuskelentzündung oder angeborene Herzfehler.

Elektrolytstörungen und Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion können sich ebenfalls in Herzrhythmusstörungen äussern. Zudem können Stress, Schlafmangel sowie Kaffee-, Nikotin- oder Alkoholgenuss das Herz aus dem Takt bringen. Auch wenn sich derzeit die Hinweise mehren, dass exzessiver Ausdauersport gehäuft zu Vorhofflimmern im Alter führt, so ist Sport grundsätzlich gut fürs Herz und hilft organbedingte Herzrhythmusstörungen zu vermeiden.

Wann sollte man zum Arzt?

Gehen die Symptome über gelegentliche Aussetzer oder Stolperer hinaus, sollte dies ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn die Rhythmusstörungen zu weiteren Symptomen führen. Im Notfall rufen Sie den Notarzt, ansonsten sind Hausärzte oder Kardiologen die erste Anlaufstelle. Sie stellen erste Diagnosen und entscheiden, ob weitere spezielle Diagnoseverfahren erforderlich sind.

Elektrokardiogramm (EKG) zur Diagnose

Wichtig ist, dass die Rhythmusstörung im EKG «eingefangen» wird. Nur so lässt sich eine zuverlässige Diagnose stellen.

Manchmal ist es notwendig, das EKG über mehrere Tage aufzuzeichnen. Die Therapiemöglichkeiten sind vielfältig und richten sich nach der zugrundeliegenden Herzrhythmusstörung. Das Spektrum reicht von einfachen, selbst durchführbaren Massnahmen, über Medikamente und Herzschrittmacher bis zu komplexen Herzkatheterverfahren.

Autor: Christoph Dehnert