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12. Oktober 2015

Herbstputz

Auch wenn sich das Gartenjahr langsam dem Ende zuneigt: Es gibt noch einiges zu tun! Nutzen Sie die letzten milden Tage fürs Grossreinemachen.

Herbstlicher Garten
Über dem Garten breitet sich Wehmut aus: Schon bald wird der Winter übernehmen (Bild: GettyImages).

Selbst im Spätherbst blüht noch so einiges: Herbstanemonen und -astern, Fetthennen, Staudensonnenblumen, Ringelblumen, Chrysanthemen und Präriekerzen leuchten mit dem bunten Laub der Bäume um die Wette. Anders als noch im Sommer werden bereits abgestorbene Blätter und Blüten jetzt nicht mehr zurückgeschnitten, da sie einen ausgezeichneten Winterschutz bilden.

Stiele und Halme sollten ebenfalls möglich stehen bleiben: Zum einen droht durch gekappte Halme Wasser in die Wurzelstöcke der Stauden einzudringen, mit der Folge, dass sie richtiggehend auffrieren. Zum anderen bietet Stehengelassenes Winterquartier für diverse Kleinlebewesen. Pflanzen mit einem grasartigen Blattschopf wie beispielsweise Pampasgras oder Fackellilie werden einfach zusammengebunden. Ende Oktober steigt die Gefahr der ersten Nachtfröste. Sensibelchen wie Rosmarin, Lavendel, Sommerflieder oder auch Hibiskus freuen sich über eine Abdeckung aus Reisig. Grössere Pflanzen lassen sich auch mit Jutesäcken einpacken. Bei Rosenbäumchen hat sich Gartenvlies bewährt, da dieses Material leicht, anschmiegsam und – ganz wichtig – luftdurchlässig ist.

Im Gemüsebeet wird nun spät gepflanztes Kohlgemüse mit einer Folie abgedeckt. Diese wird über Metallbögen tunnelförmig über das Beet gespannt. Rüebli und Sellerie vertragen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, eine zu frühe Ernte mindert Haltbarkeit und Geschmack. Blumen- und Grünkohl brauchen sogar kräftigen Frost, um ihr volles Aroma zu entwickeln. Gesät werden können noch Spinat, Winter- und Nüsslisalat. Wer dies im Frühbeetkasten tut, kann selbst bei hohem Schnee ernten. Ebenfalls in den Boden wollen die letzten Herbststeckzwiebeln und der Knoblauch. Dieser benötigt eine Kälteperiode, um dicke Knollen zu bilden. Frisch gepflanzter respektive geteilter Rhabarber braucht eine grosszügige Kompostgabe.

Jedes jetzt noch gezupfte Unkraut ist eine Investition in die Zukunft

Noch ist Zeit für eine letzte Grün­düngung. Doch aufgepasst: Während Winterroggen sich gut als Vorfrucht für Bohnen, Erbsen und Kartoffeln eignet, darf Stickstoffsammler Internatsklee weder vor noch nach Bohnen und Erbsen gesät werden. Haben Sie weiterhin ein Auge auf Un- respektive Beikräuter; diese verbreiten sich leider auch bei niedrigen Temperaturen.

Brombeerzweige, die dieses Jahr getragen haben, werden jetzt bodennah abgeschnitten, zu lang gewachsene Jungtrieben eingekürzt. Bei den Herbsthimbeeren werden sämtliche Triebe bis auf einen Stummel kurz über dem Boden zurückgenommen. An Apfel- und Birnbaum hängen gebliebene Fruchtmumien gehören in den Hausmüll. Damit vermindert sich die Gefahr einer Weiterverbreitung der gefürchteten Monilia-Fruchtfäule.

Damit die Blumenbeete auch in der trüben Zeit Farbe zeigen, dafür sorgen Stiefmütterchen, Hornveilchen und Vergissmeinnicht. Graben Sie gleich auch noch ein paar Tulpen- und Osterglockenzwiebeln mit ein. Dahlien und Gladiolen gehen den gegengesetzten Weg: Sorgfältig ausgegraben und abgetrocknet, überwintern die Knollen im Keller. In den Gartencentern hat momentan Wurzelnacktes Hochsaison: Heckenpflanzen, Stäucher, Obstbäume oder Rosen. Vor allem Letztere sollten nach dem Kauf rasch in den Boden. Rindenmulch verhindert ein Austrocknen.

Umgraben? Lieber nicht!

Unsere Altvorderen pflegten vor dem Winter jeweils ihre Gemüsebeete umzugraben, im Wissen, dass der Frost die Scholle feinkrümelig zerfallen lässt. Heute weiss man aber auch, dass beim Umgraben das gesamte Leben im Boden auf den Kopf gestellt wird. Und zwar wortwörtlich: Wertvolle Kleinstlebewesen, die auf viel Sauerstoff angewiesen sind, befinden sich plötzlich unter der Erde und umgekehrt. Greifen Sie daher statt zum Spaten besser zum Sauzahn. Dieser lockert den Boden tiefgründig, ohne gleich ein Massensterben auszulösen.

Reinigung des Gartenwerkzeugs mit einer Drahtbürste
Mit einer Drahtbürste löst sich selbst eine dicke Dreckkruste vom Gartenwerkzeug (Bild: GettyImages).

Nicht winterfeste Kübelpflanzen sollten zur Abhärtung möglichst lang draussen bleiben. Beachten Sie aber unbedingt die lokalen Frostwarnungen. Bevor die Pflanzen ins Winterquartier wandern, werden sie um ein bis zwei Drittel zurückgeschnitten. Ausnahme von der Regel ist der Oleander. Die meisten Kübelpflanzen schätzen einen hellen Ort um die 10 Grad. Kübelpflanzen, die draussen überwintern, werden auf sogenannte Füsschen» gestellt. Diese halten den Topf über Bodenniveau, sodass überzähliges Wasser abfliessen kann. Es ist nämlich tatsächlich oft so, dass «Draussenbleiber» nicht erfrieren, sondern – eben – ertrinken. Gegen ein komplettes Durchfrieren der Töpfe hilft ein Mänteli aus Luftpolsterfolie oder Laub (siehe auch «Laub – Fluch und Segen» ). Nicht frostfeste Ton- und Terrakottakübel wandern mit den Gartenmöbeln in den Schopf. Gartengeräte werden gereinigt, Metallteile mit Maschinenöl eingeölt.

Wissen Sie eigentlich, wo Sie letzten Frühling Ihre Schneeschaufel versorgt haben?

Autor: Almut Berger