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13. April 2015

Haushalt per Handy steuern

Der moderne Haushalt lässt sich vom Büro oder Zug aus steuern. Ohne viel Fachwissen oder grosse Investitionen bedienen Sie etwa Heizung oder Beleuchtung mit dem Telefon.

Das digitale Heizsystem Tado und die Glühbirne Playbulb lassen sich von unterwegs fernsteuern.
Das digitale Heizsystem Tado und die Glühbirne Playbulb lassen sich von unterwegs fernsteuern.

Viele Menschen kennen folgende Situation: Die Heizung ist voll aufgedreht, und das Licht brennt. Doch in dem Moment, da einem das bewusst wird, ist man schon auf dem Weg in die Ferien. Panik? Ach was! Der moderne Mensch zückt sein Smartphone und löst das Problem aus der Ferne.

Das ist keine Utopie, sondern Realität. Für weniger als 300 Franken lassen sich viele Haushalte mit moderner Technik ausrüsten, die genau das erlaubt.

Für die Installation entsprechender Geräte ist meistens kein spezifisches Fachwissen nötig. So lässt sich die Glühbirne Mipow Playbulb in jede handelsübliche Lampe schrauben und nach wie vor mit dem Lichtschalter an- und ausknipsen.

Wer die gleichnamige App auf sein Android-Telefon oder iPhone lädt, kann das Licht bei eingeschalteter Bluetooth-Verbindung mit dem Handy dimmen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, darauf gespeicherte Musik über die integrierten Lautsprecher abzuspielen.

Auf Wunsch lässt sich beides automatisch ein- und ausschalten und die Glühbirne zum Beispiel als Wecker nutzen. Im Test funktionierte die 70 Franken teure Playbulb wie versprochen. Wir hätten uns einzig gewünscht, sie ausserhalb der Bluetooth-Reichweite zum Beispiel via W-Lan bedienen zu können.

Dies ermöglicht das moderne Heizsystem Tado Smart Thermostat per Internetzugriff von überall auf der Welt. Zudem merkt das Gerät dank GPS-Standort der verbundenen Handys, wann die letzte Person das Haus verlässt – und senkt automatisch die Temperatur.

Im umgekehrten Fall wärmt Tado die Wohnung selbständig auf, sobald sich jemand seinem zu Hause nähert. Wer sich nicht darauf verlassen will, kontrolliert die Wärme via Smartphone oder vor Ort. Weil das Heizsystem einen bestehenden Thermostat im Haus ersetzt, lässt sich die Temperatur auch am bierdeckelgrossen Terminal regeln.

Vorbildliche und simple Installation

Tado kostet 200 Franken und ist mit zahlreichen Heizsystemen kompatibel. In Gebäuden mit Zentralheizung, wie bei vielen Schweizer Mietwohnungen üblich, kann es leider nicht eingesetzt werden. Schade!

Im Test führte der Assistent in wenigen Schritten durch die Installation, allerdings nur in Englisch. Wer mit Tado nicht zurechtkommt, kann per Mausklick Hilfe anfordern und wird vom deutschsprachigen Kundendienst kontaktiert. Im Test dauerte es bis zur Rückmeldung weniger als neun Stunden – vorbildlich.

Vor den Ferien brennt dank der intelligenten Glühbirne sicher kein Licht mehr. Und die vergessene Heizung lässt sich noch vor dem Abflug via Handy einfach ausschalten.

Autor: Reto Vogt