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08. Juli 2013

Happy Birthday!

Geburtstag in der Hüpfburg
Geburtstag in der Hüpfburg (Bild: iStock Photo).

An Idas fünftem Geburtstag sitzen wir auf einem kroatischen Campingplatz. Das macht mir Sorgen. Die Sache ist nämlich die: Wie soll ich das Fest in so einer Umgebung angemessen ausrichten? Das geht doch schon damit los, dass wir nicht auf die obligatorischen fünf Gäste kommen werden. Sie wissen doch, dritter Geburi = drei Gspänli, vierter Geburi = vier Gspänli usw. Ich habe nun überlegt, ob wir Fabienne, Noemi und Joel einfliegen lassen könnten. Dann müssten wir nur noch zwei andere Camperkinder zwingen, an unserem Alu-klapptisch Platz zu nehmen. Somit wäre das Gästeproblem gelöst.

Aber was ist mit der Hüpfburg? Für das Ding müssten wir eine Extraparzelle mieten. Ob das geht? Und ist dort unten überhaupt genug Saft auf der Stromleitung, damit wir das Fünfzig-Quadratmeter-Luftschloss füllen können? Was das angeht, hat mich mein Mann beruhigt. Kroatien sei seit dem 1. Juli in der EU, grössere Stromausfälle seinen vermutlich nicht mehr zu befürchten. Ich frage mich aber dennoch, ob wir nicht doch auf das Angebot des Hüpfburg-Vermieters eingehen sollten, der uns vorgeschlagen hat, das Ding - gegen einen kleinen Aufpreis - komplett aufgeblasen mit dem Heli aus Zürich einfliegen zu lassen. Sicher ist sicher, oder?

Bleibt noch die Sache mit dem Clown. Der Künstler, den wir engagieren wollten, hat mir über seine Agentur ausrichten lassen, dass er keine Lust auf Campingplatz-Atmosphäre habe. Jetzt muss ein anderer cooler Programmpunkt her. Was halten Sie von einem Tauchkurs für Vier- bis Fünfjährige? Wäre doch mal was Neues. Ida war noch nie auf einem Geburi, an dem die Kinder Sauerstoffflaschen auf dem Rücken hatten. Ich muss abklären, ob die kleinen Gäste vorher ein Zertifikat vom Taucharzt brauchen. Nicht, dass uns noch ein Kind absäuft. Apropos Absaufen: Muss man eigentlich schwimmen können, um zu tauchen? Egal. Das kann ich auch noch recherchieren.

Der letzte Punkt auf meiner Liste betrifft das Geschenk. Da wir unser Kind über alles lieben, ist klar, dass es ein grosses Paket bekommt. Wir haben es schon besorgt. Mein Mann hat jetzt nur festgestellt, dass das Geschenk nicht mehr in den Laderaum des Reisemobils passt. "Egal", habe ich ihm gesagt, "wir lassen einfach die Trottis der Kinder daheim. Und Evas Buggy, Idas Schlauchbötchen und den doofen Sonnenschirm - braucht sowieso kein Mensch. Hauptsache, das Fest wird ein Knüller!"

Autor: Bettina Leinenbach