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26. Januar 2015

Handy-Akkus leben endlich länger

120 Sekunden bis zum vollen Akku, Ersatzbatterien aus dem Selecta-Automaten: Entwickler wollen die Handy-Lebensdauer verbessern.

Strom kommt künftig aus dem Selecta-Automat
Strom aus dem Automaten soll den leeren Handyakkus neues Leben einhauchen (Illustration: Supertotto/2Agenten)

Alles verändert sich, nur eines bleibt immer gleich: Der Akku eines modernen Handys ist spätestens nach einem Tag leer. Forscher tüfteln deshalb an verschiedenen Lösungen, wie dieses Problem ohne Leistungseinbussen behoben werden kann.

Blu Studio Energy: Sieht chic aus und beinhaltet einen monströsen Akku, der vier Tage halten soll (Bild: zVg).

Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung beim hierzulande unbekannten Hersteller Blu. In dessen Smartphone Studio Energy, das in Amerika Ende Monat erscheint, steckt eine fast drei Mal so leistungsfähige Batterie wie im iPhone 6, ohne jedoch unhandlicher zu wirken. Selbst wenn nur die Hälfte der versprochenen Laufzeit von vier Tagen erreicht wird, ist das ein grosser Fortschritt.

Demgegenüber steht eine Idee der israelischen Firma StoreDot. Einzig mit der veränderten Struktur innerhalb eines herkömmlichen Handyakkus soll dieser in nur 120 Sekunden vollständig aufgeladen werden können.

Akku laden, anschliessend entsorgen: Mini-Power-Konzept
Akku laden, anschliessend entsorgen: Mini-Power-Konzept (Bild: zVg).

Einen anderen Weg geht der chinesische Designer Tsung Chih-Hsien mit seinen Mini-Power-Batterien, die aussehen wie Schokoladetäfelchen. Sobald die Handybatterie schlapp macht, holt man sich einen Ersatzakku aus dem Selecta-Automaten und spendiert seinem Smartphone damit zwei, vier oder sechs Stunden Saft. Nach Gebrauch lässt sich die Batterie recyclen und ihre Papphülle biologisch abbauen.

Weder das Schnellladekonzept noch der Ökoakku sind jedoch marktreif. Kurzfristig dürfte sich höchstens der Superakku auch bei bekannten Herstellern wiederfinden.

10 Tipps zum Akkusparen

1. Der grösste Batteriefresser ist das Display. Um Strom zu sparen, reduzieren Sie die Bildschirmhelligkeit. Ausserdem sollte sich das Display nach einer möglichst kurzen Zeit automatisch ausschalten.

2. Im Auto- oder im Zug muss das Handy häufig ein neues Empfangssignal suchen. Wenn Sie nicht auf einen dringenden Anruf warten, ist die Nutzung vom Flugmodus besonders empfehlenswert.

3. Sind Schnittstellen wie GPS, WLAN oder Bluetooth aktiv, suchen diese stets nach einem entsprechenden Signal – das braucht Strom! Was nicht gebraucht wird, sollten Sie ausschalten.

4. Verhindern Sie, dass Apps von sich aus eine Internetverbindung herstellen, indem Sie Push-Benachrichtigungen deaktivieren. Darüber hinaus sollte der automatische E-Mail-Empfang ausgeschaltet werden.

5. Apps werden nicht geschlossen, sondern laufen im Hintergrund weiter (und aktualisieren sich je nach Einstellung selbst). Um Strom zu sparen, sollten Sie Apps vollständig schliessen.

6. Automatische Backups von Fotos, Dokumenten und Kontakten deaktiveren und ausschliessen, dass diese via WLAN oder Mobilfunknetz ausgeführt werden. Alle Datensicherungen stattdessen nur zu Hause am PC/Mac erledigen.

7. Nach dem Gebrauch der Handy-Kamera sollte die App ordnungsgemäss beendet werden. Wenn Sie stattdessen den Bildschirm ausschalten, bleibt der Sucher noch einen Moment aktiv.

8. Es klingt zwar unglaublich, stimmt aber tatsächlich: Bei einem hellen Hintergrundbild ist der Stromverbrauch des Handys höher. Nutzen Sie am besten ein Schwarzes, um Akku zu sparen.

9. Akku-Killer finden: iPhone-Nutzer können sich seit iOS 8 unter Einstellungen / Allgemein / Benutzung / Batterienutzung anzeigen lassen, welche App wie viel Storm verbraucht. Für Android-Geräte gibt’s dafür die App «DU Battery Saver» .

10. Windows-Phone- und Android-Nutzer können das Handy ab sofort oder erst ab einem bestimmten Akkubestand (z.B. unter 20 Prozent) in den Stromsparmodus versetzen. So werden die meisten der obigen Tipps automatisch vorgenommen.

Autor: Reto Vogt