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04. Juli 2016

Das Appenzell von Nicolas Senn

Nicolas Senn bezeichnet das Appenzellerland als seine «Hämet», obwohl der Hackbrettler und Moderator in St. Gallen aufgewachsen ist. Dem Migros-Magazin präsentiert der 26-Jährige die schönsten Flecken vor seiner Haustür – am Gäbris demostriert er Video-Müsterchen seines Hackbrett-Könnens.

Bei Nicolas Senn geht es derzeit ­hektisch zu: Am 2. Juli startete die Sommerserie «Potzmusig Stammtisch», die acht Wochen lang jeden Samstag um 18.40 Uhr auf SRF 1 zu sehen ist. Darin unterhält sich der Hackbrettstar mit Volksmusikgrössen wie Carlo Brunner oder Willi Valotti und blickt auf über 50 Jahre Volksmusik am Schweizer Fernsehen zurück. Trotzdem findet er Zeit, uns sein ­Appenzellerland zu zeigen. «Es bedeutet für mich Heimat, obwohl ich in St. Gallen geboren und aufgewachsen bin.»

Kriegersmühle

In diesem Restaurant esse ich am liebsten das Cordon bleu, das mit Appenzeller Käse, Mostbröckli und Thymian zubereitet wird. Das Paniermehl stellt Beizerin Edith Gyr aus altem Brot her. Die ‹Kriegersmühle›, liegt idyllisch an einem Bach ­zwischen Bühler und Trogen; sie ist von Freitag bis Sonntag geöffnet – oder nach Vereinbarung.

Kronberg

Der Kronberg ist ein Familienberg, wo man auf der Bobbahn rodeln und im Seilpark klettern kann. Am 1. August beginnt oben auf dem Berg um 4 Uhr ein Fest mit Musik und Milch. Ich spiele auf dem Hackbrett und freue mich auf den Sonnenaufgang. Um 6 Uhr gibt es eine Ansprache eines bekannten Politikers. Die ersten 100 Gäste werden zum Raclette aus Appenzeller Käse eingeladen.

Gäbris

Ich wohne am Fuss des Gäbris. Er ist mein Hausberg und ein wunderschöner Wanderberg. Das Gasthaus Unterer Gäbris hat eine ‹hämelige› Wirtsstube nach alter Sitte, im Oberen Gäbris gibt es ein Ausflugsrestaurant mit einem Traumpanorama in alle Himmelsrichtungen.

Meglisalp

Ich spiele auch jedes Jahr am 5. August am Berggottesdienst auf der Meglisalp. Die Messe ­gefällt auch Menschen, die nicht so religiös sind. Nachher wird fein gegessen, und es kommt zur Stubete mit viel Musik. Bei Sepp Manser im Gasthaus Meglisalp isst man übrigens hervorragend. Touristen empfehle ich, am Abend zur Meglisalp hochzuwandern, im verträumten Sennendörflein zu übernachten und am nächsten Tag weiterzureisen.»

Schaukäserei

Die Appenzeller Schaukäserei in Stein AR ist kein Geheimtipp mehr. Weniger bekannt ist dagegen, dass man dort auch typisch appenzellisch essen kann. Ich bestelle am liebsten Chäshörnli und Südwörscht. Gleich daneben befindet sich das Appenzeller Volkskundemuseum mit vielen interessanten Informaionen zum Brauchtum.

Autor: Reto E. Wild

Fotograf: Basil Stücheli