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02. November 2015

Günstigste Krankenkassenpräme finden

Bis Ende November können Versicherte ihre Krankenkasse wechseln, um Prämien zu sparen. Bei den Rankings der Vergleichsdienste ist aber Vorsicht angezeigt.

Online-Krankenkassenvergleich: Smartie und Verivox machen Platzhirsch Comparis das Feld streitig.
Online-Krankenkassenvergleich: Smartie und Verivox machen Platzhirsch Comparis das Feld streitig.

Ohne Aufwand viel Geld sparen: Einfacher als durch einen Krankenkassenwechsel ist das kaum möglich. Wer bis 30. November 2015 kündigt und dem bisherigen Anbieter gleichzeitig den neuen Krankenversicherer mitteilt, zahlt fortan dessen Prämien.

Um den günstigsten Anbieter zu finden, war bis dato ein Besuch auf Comparis.ch unumgänglich. Ein lohnendes Geschäft für den Platzhirsch, hat er im vergangenen Jahr doch 10,8 Millionen Franken mit über 3,7 Millionen Prämienvergleichen der Krankenkassen-Grundversicherungen umgesetzt. Das bestätigt Comparis-Sprecher Felix Schneuwly.

An diesem Kuchen wollen seit diesem Jahr Smartie.ch und Verivox.ch knabbern. Sie verdienen das meiste Geld mit dem gleichen Geschäftsmodell wie der Marktführer und lassen sich von den Krankenkassen für die Vermittlung von Kunden bezahlen. Thomas Löhrer, Marketingchef von Smartie.ch, erklärt: «Anders als Comparis erhalten wir nur dann eine Provision, wenn unsere Kunden tatsächlich einen neuen Vertrag abschliessen.» Auch Verivox bestätigt, nur an zustande gekommenen Abschlüssen zu verdienen. Wie hoch diese sind, wollen beide Anbieter nicht verraten.

Provision beeinflusst Ranking

Trotzdem müssen Nutzer in Kauf nehmen, dass Vergleichsportale ihnen nicht immer den günstigsten Anbieter nennen: An erster Stelle rangiert oftmals die Kasse, die die höchste Provision zahlt – das legt ein Vergleichstest anhand fünf erfundener Kundenprofile mit verschiedenen Altersklassen, Wohnorten, Versicherungsmodellen sowie Franchisen nahe: Nur gerade in zwei Fällen preisen Comparis, Smartie und Verivox dieselbe Kasse als die günstigste an. Ansonsten liegen die angezeigten Ergebnisse Fr. 9.30 bis Fr. 32.60 pro Monat auseinander – das sind bis zu 400 Franken im Jahr.

Immerhin: Wer zum Beispiel bei Comparis statt der Standard- die Vollansicht wählt, erhält alle Prämien angezeigt – inklusive einer Kundenbewertung der Krankenkassen. Ähnliches ermöglicht Smartie mit der Sortierung der Ergebnisse nach dem Preis – bei Verivox muss bis zum Abschnitt «Alle Ergebnisse für Ihre Anfrage» herutergescrollt werden. (Update vom 3. November 2015)

Die Vergleichsportale liefern teilweise enorm unterschiedliche Ergebnisse.

Bei einem Wechsel sind womöglich aber nicht nur die Kosten entscheidend. Weitere Kriterien sind zum Beispiel die Kulanz, die Schnelligkeit bei Auszahlungen oder die Abwicklung von Krankheitsfällen. Dem tragen Comparis und Smartie Rechnung, indem sie ihre Nutzer die einzelnen Krankenkassen nach verschiedenen Gesichtspunkten bewerten lassen. So ergibt sich eine Mischung aus harten und weichen Faktoren, aus denen die Kunden die für sie passenden wählen können.

Auf diese Kriterien verzichtet Priminfo.ch , der Prämienrechner des Bundesamts für Gesundheit (BAG), genauso wie auf die Vermittlung von Kundenkontakten. Dafür listet die neutrale Website in jedem Fall die günstigste Prämie immer zuoberst.

Weitere Anbieter von Preisvergleichen:

Anivo
Bonus
Moneyland
Swupp
(Update vom 13. November 2015)

Autor: Reto Vogt

Illustrationen: Supertotto 2Agenten