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26. Mai 2014

Grenzgänger der anderen Art

Die ägyptischen Wanderheuschrecken erobern den Tessin.

ägyptische Wanderheuschrecke
Die ägyptische Wanderheuschrecke ...
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Unsere Nachbarn beklagen sich, dass aus dem nahe gelegenen Bachtobel kommende Rehe die frischen Knospen der Reben abknabbert, die Wildschweine mit Jungen den altersschwachen Zaun runtertrampeln und sich im Garten gütlich tun und die Dachse den Rasen umgraben.

Unser Garten, unserem Vorgänger sei Dank, ist komplett umzäunt, was ich bis anhin nicht für notwendig erachtete. Aber auch alle Zäune halten einen weiteren Eindringling nicht fern: die ägyptische Wanderheuschrecke, die den Sopraceneri erobert hat. Im letzten Spätsommer konnte ich die ersten zwei Exemplare beobachten, sogar bei der Paarung. Das Weibchen ist gemäss meiner Recherchen grösser als das Männchen. Mitten im Winter sonnte sich eine auf einer aufgewärmten Granitplatte, was bedeutet, dass die Art winterhart ist.

Das Exemplar, das ich gestern fotografierte, war gut 7 cm lang und hüpfte aus dem üppigen Perilla-Kraut am Boden unter das Blatt der Königskerze. Der Überraschungseffekt ist ihm bestens gelungen. Ob diese Invasion auf die Länge gut kommt? Der Professor meint in seinem Artikel , dass diese Art nicht in Schwärmen auftritt und kaum Schäden verursachen wird.
Hoffen wir, dass er recht hat. Ganz sympathisch sind mir diese ziemlich frech schauenden Viecher trotzdem nicht.