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11. November 2013

Google wirbt mit Ihrem Gesicht

Wer die Internetseite von Google öffnet, wird seit kurzem von einem unscheinbaren blauen Balken begrüsst. Der hat es in sich.

Google benützt User von Google+
Google benützt User von Google+ als Werbeträger, ohne sie zu fragen. (Illustration: Nicolas Bischof)

Google hat kürzlich seine Nutzungsbedingungen geändert, die am 11. November in Kraft treten. Darüber informierte der Internetgigant seine Nutzer in den vergangenen Wochen mit einem unscheinbaren Hinweis. Wer nicht darauf achtete oder die Meldung wegklickte, hat Brisantes verpasst: Google räumt sich das Recht ein, Profilnamen, Fotos, Bewertungen und Empfehlungen von Nutzern des hauseigenen sozialen Netzwerks Google+ für Werbezwecke zu einzusetzen. Konkret bedeutet das: Wenn Sie ein solches Profil angelegt haben und für ein Restaurant, eine Kleidermarke oder Ähnliches «+1» vergeben (analog «Gefällt mir» bei Facebook), darf Google Ihren Kontakten mit Ihrem Namen und Ihrem Foto anzeigen, was Sie empfehlen.

Der Hintergedanke dabei: Menschen trauen Empfehlungen aus dem Freundeskreis mehr als anonymen Tipps oder nüchternen Suchergebnissen. Google überträgt mit dieser «sozialen Suche» quasi die Mundpropaganda ins Internet. Das Problem dabei: Google fragt Sie nicht, ob Sie das möchten, sondern aktiviert die Funktion ungefragt. Wer nicht mit seinem Gesicht hinstehen will, muss zu www.google.com/settings/plus surfen, bei «Soziale Empfehlungen» auf Bearbeiten klicken und dem Konzern diese Berechtigung wieder entziehen.

Ausserdem zum Thema:Das weiss Google über Sie – und mit diesen Massnahmen können Sie Sammlungen Ihrer Daten einschränken und erschweren. Zum Artikel

Autor: Reto Vogt