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16. Dezember 2013

Was googstu?

Reto Vogt mit der Google Glass auf dem Kopf
Reto Vogt schreibt wöchentlich über die digitale Welt.

Futuristisch sieht sie aus und erinnert ein wenig an die Brille von Lieutenant Commander Geordie LaForge aus der Serie «Raumschiff Enterprise». Google Glass, die keine Gläser besitzt, besteht aus einem Aluminiumbogen, der oberhalb der Augen verläuft, und zwei Bügeln. In einem davon ist der winzige Akku eingebaut, der momentan höchstens einen Tag hält. Der andere dient zur Steuerung, erkennt Gesten wie Streichen und Tippen. Dazu gibts eine Kamera für Fotos sowie Videos. Und fertig ist die Brille der Zukunft. Das getestete Vorserienmodell – erst im Jahr 2015 soll Google Glass in Europa marktreif sein – liegt dank des Gewichts von etwa 70 Gramm angenehm auf der Nase, ist aber für Brillenträger derzeit ungeeignet. Aufgesetzt und losgenickt: Ein Blick zum Himmel setzt das Gerät in Betrieb. Sofort blendet sich auf der rechten Seite des Blickfelds ein virtueller Bildschirm ein, der etwa zwei mal drei Zentimeter gross ist. Kopfbewegungen navigieren durchs kleine Menü. Nutzer können Routen abfragen, Fotos schiessen und verschicken, eine Google-Suche starten und werden – bei entsprechender Verknüpfung mit dem Smartphone – etwa an anstehende Termine erinnert. Jetzt rede ich: «OK Glass», «Navigate to», «Berne, Switzerland»! Ausgehend vom aktuellen Standort zeigt mir die Brille den schnellsten Weg in die Hauptstadt. Das Nasenvelo reagiert akkurat auf englische Sprachbefehle und lässt sich vielseitig einsetzen. Etwa beim Kochen: «OK Glass», «Google», «Rezept Chateaubriand»! Während beide Hände das Fleisch zubereiten, studieren die Augen bereits den nächsten Schritt.

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Autor: Reto Vogt