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22. Mai 2017

Goldene Regeln: KMU richtig übergeben

Ladina Schmidt Boner berät Familienunternehmen bei der Geschäftsübergabe an die nächste Generation. Im Interview verrät die Organisationspsychologin ihre drei goldenen Regeln und was man tun kann, wenn Eltern nicht loslassen können.

Die Übergabe von Familienunternehmen von der einen Generation an die nächste birgt hohes Streitpotential: «Es ist ein Veränderungsprozess für alle Beteiligten», sagt Ladina Schmidt Boner. Grund dafür sei, dass Themen ganz konkret auf den Tisch kommen, die bis anhin nur schwelend in der Luft lagen. «Dann zeigt sich, wie die Diskussionskultur der Familie ist und wie geübt die Beteiligten sind, miteinander über schwierige Themen zu besprechen und Lösungen dafür zu finden».

Es geht um Macht und Geld, aber nicht nur: Gefühle spielen auch eine Rolle

In Familienunternehmen gibts wie der Name sagt ein enges Zusammenspiel von Unternehmen und Familie.

Die Währung in der Unternehmenswelt ist Geld, in der Familie ist es die Liebe. Streitfälle werden häufig übers Geld ausgetragen, obwohl es um etwas anderes geht.

Bei Nachfolgeregelungen sollte jedoch immer die unternehmerische Komponente im Vordergrund stehen – und die widerspricht zum Teil der familiären.

Drei goldene Regeln für die KMU-Übergabe: So wirds richtig gemacht

Schwierig wirds, wenn die Kinder Interesse am Familienunternehmen zeigen, die Eltern ihre Stärken jedoch woanders sehen.

Dem Sohn oder der Tochter lässt sich mithilfe externer Experten einfacher verklickern, dass er oder sie nicht als Nachfolger*in in Frage kommen.

Ladina Schmidt Boner empfiehlt, für die Kinder einen Entwicklungsplan aufzustellen und sie idealerweise in anderen Unternehmen Erfahrungen sammeln zu lassen. Auch ein Assessment könne hilfreich sein, um die Tauglichkeit zu prüfen.

Die ältere Generation kann nicht loslassen, stellt sich ins Zentrum und redet ständig drein

Je autoritärer der Führungsstil der abgebenden Generation ist, desto schwieriger ist es für die Nachfolger, ihren Platz zu finden und einzunehmen.

Autor: Reto Vogt