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20. April 2015

Gibt es eine Etikette fürs Parkhaus?

Philipp Tingler schreibt jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens. Diesmal über das Verhalten von Autofahrern bei der Parkplatzsuche.

Philipp Tingler Etikette bei der Parkplatzsuche
Wer verliert bei der Parkplatzsuche die Nerven? (Illustration: Andreas Klammt).

«Das Parkhaus ist ein Prüfstein für jede Paarbeziehung.

Die Frage, wo ein freier Platz zu finden sei, ist für den Automobilisten verbunden mit Stress und Emotivität, verschärft durch eventuelle Anmerkungen vom Beifahrersitz.Dem Vorgang ist zudem eine Tendenz zur Eskalation eingeschrieben: Je länger man suchend rumkurvt, desto schrecklicher wird das Ganze.

Nicht hilfreich sind daher Parkhausbenützer, die zu ihrem Wagen zurückkehren, sich reinsetzen, Licht an und alles, und dann – nicht rausfahren. Weil sie noch eine Diskussion über Hegel führen oder ihren SMS-Speicher abscrollen oder ein Butterbrot essen.

Worauf der Lenker, der blinkend auf die fragliche Lücke wartet, wahnsinnig wird.

Also: Bitte zügig ausparken. Sonst gefährden Sie nicht nur den Verkehrsfluss, sondern auch die Beziehungsdynamik von Drittpersonen.

Das wollen Sie doch nicht.»

Autor: Philipp Tingler