Archiv
29. Juni 2015

Gibt es eine Etikette für Fussgänger?

Philipp Tingler schreibt jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens. Diesmal darüber, wie sich Fussgänger verhalten sollten.

Den Weg zu versperren ist unmanierlich
Den Weg zu versperren ist unmanierlich (Illustration: Andreas Klammt, Alice Kolb).

«Eine alte Regel besagt: ‹Ein Gentleman ist nie aus Versehen ­unhöflich›. Dies gilt analog für Ladys

Zum Beispiel jene Dame, die neulich mit einer Promenadenmischung an einer Rollleine in Zürich eine ganze Trottoirbreite als laufendes Hindernis blockierte. Expansion im öffentlichen Raum ist stets unmanierlich, deshalb lauten die drei klassischen Regeln für Fussgänger:

1. Man geht höchstens zu zweit nebeneinander und nicht eingehakt oder Händchen haltend.

2. Entgegenkommenden weicht man nach rechts aus.

3. Rechts läuft die ranghöhere beziehungsweise ältere Person beziehungsweise die Dame, wenn sie in Herrenbegleitung ist.

Diese Regeln können heute flexibler gehandhabt werden. Man sollte einfach darauf achten, dass man seine Mitgeschöpfe nicht allzu sehr an ihrem Fortkommen hindert und idealerweise auch nicht mit einem Regenschirm aufspiesst.

Das freut alle.»

Und Sie: Weichen Sie aus oder fordern Sie den ihnen zustenden Raum ein?

Autor: Philipp Tingler