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13. Juli 2015

Gesunde Kräuter

Kräuter regen die Verdauung an, wirken stimmungsaufhellend oder beugen Krankheiten vor. Ihre ätherischen Öle und ihr zartes Knacken verleihen Gerichten Vitalität. Also bringen Sie Würze in Ihre Kochkünste!

Im Topf gepflanzt stets frisch zur Hand: ­Küchenkräuter werten alle Mahlzeiten auf
Im Topf gepflanzt stets frisch zur Hand: ­Küchenkräuter werten alle Mahlzeiten auf (Bild: iStock Photo).

Spitzenköchin Tanja Grandits, Inhaberin des Restaurants Stucki in Basel, ist ein Fan von Kräutern. Sie hat den «kleinen, grünen Helden» sogar ein ganzes Buch gewidmet und schwärmt: «Ihre ätherischen Öle, ihr zartes Knacken und ihr sagenhaftes Spektrum an Grüntönen bringen Vitalität, Frische und eine wohltuende Unbeschwertheit ins Essen.» Deshalb verwendet sie Kräuter gern nur gezupft oder grob geschnitten. Sie empfiehlt, die grünen Aromawunder grosszügig einzusetzen. Man kann Kräuter mal wie Spinat kochen oder zu Ölen und Salzen verarbeiten. Davon profitiert nicht nur der Gaumen, sondern auch die Gesundheit.

«Viele gängige Küchenkräuter werden seit Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt», sagt Reto Howald, Apotheker in Belp BE. Kräuter helfen mit, den Bedarf an wichtigen Vitaminen wie Vitamin C und Mineralstoffen wie Eisen zu decken. Verschiedenste Aroma-, Bitter- und Scharfstoffe regen die Verdauung an und helfen, Salz einzusparen. Bestimmte Farbstoffe wie die Flavonoide stimulieren das Immunsystem und wirken antioxidativ.

Jedes Kraut hat seine Stärke: Oregano etwa beugt Entzündungen vor, Rosmarin regt an und fördert die Durchblutung. Pfefferminze wirkt krampflösend und schmerzstillend, das in manchen Petersiliensorten vorkommende Myristicin entspannend. Auch für Grillfans sind Kräuter ein Muss: Der Lebensmittelchemiker Scott Smith von der Kansas State University konnte nachweisen, dass eine Marinade mit Rosmarin und Thymian die Entstehung krebserregender Inhaltsstoffe beim Grillieren vermindert, und zwar um 87 Prozent!

Auch gut zu wissen:

Freilandkräuter haben meistens eine höhere Konzentration an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen als solche aus dem Gewächshaus.

Ziehen Sie die Kräuter selber frisch auf dem Balkon oder im Garten und ernten Sie sie unmittelbar vor dem Essen, dann liefern sie mehr Vitamin C und Folsäure.

Wechseln Sie zwischen verschiedenen Kräutern ab. Da sie nicht nur Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen haben können, sind Sie so auf der sicheren Seite.

Je dunkelgrüner ein Kraut (z. B. Peter­silie), umso grösser ist sein ­Gehalt an ­wertvollen Inhaltsstoffen.

Autor: Marianne Botta