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03. Oktober 2016

Gesund durch die Wechseljahre

In den Wechseljahren kämpfen viele Frauen mit Gewichtsproblemen. Das schränkt das Wohlbefinden ein und birgt Gesundheitsrisiken.

Ältere Frau im Badeanzug
Sport ist das beste Mittel, um das Gewicht unter Kontrolle zu halten (Bild: Rick Gomez/Getty Images).

Die wichtigste Massnahme beim Einsetzen der Wechseljahre ist die Änderung des Lebensstils – mit langfristiger Umstellung auf fettarme, ausgewogene Ernährung und Sport. Ein präventives Ziel für jede Frau sollte es sein, einem Gewichtsanstieg schon im frühen Erwachsenenalter entgegenzuwirken. Suchen Sie bei starker Gewichtszunahme frühzeitig einen Arzt auf.

Der Eintritt in die Wechseljahre ist für die meisten Frauen ein einschneidendes Ereignis. Es beginnt eine neue Phase, in der die weiblichen Hormone nicht mehr für Schwangerschaft oder Verhütung bedeutend sind, sondern andere Hormonwirkungen auf den Körper in den Vordergrund treten und die Lebensqualität beeinflussen. Neben bekannten Wechseljahrbeschwerden können diese Veränderungen auch Einfluss auf das Körpergewicht haben und zu einer Gewichtszunahme führen.

Ab 50 wirds oft kritisch

In der Schweiz sind rund 41 Prozent der erwachsenen Menschen übergewichtig, 10 Prozent davon sind adipös. Anders als bei der männlichen Bevölkerung, deren Anteil an Übergewichtigen ab dem Alter von 25 Jahren relativ konstant bleibt, nimmt der Anteil der übergewichtigen Frauen vor allem ab dem 50. Lebensjahr zu. Dies deckt sich mit dem Eintritt der Menopause, die durch die hormonellen Veränderungen ein Risiko für eine Gewichtszunahme mit sich bringt.

Auch die Verteilung des Körperfetts kann sich in dieser Zeit hormonbedingt verändern. Das Fett sammelt sich vermehrt im Bauchbereich an, es kommt zu einer Zunahme des Taillenumfangs. Doch nicht die Hormonveränderungen allein sind für die Gewichtszunahme verantwortlich. Mit zunehmendem Alter geht der Energiebedarf zurück. Altersbedingt kann es bei gleichbleibendem Lebensstil und denselben Ernährungsgewohnheiten zu ­einer Zunahme des ­Körpergewichts kommen. Wenn nun – unter anderem ­wegen Wechseljahrbeschwerden – die körperliche Aktivität eingeschränkt wird, kommt dies zusätzlich zum Tragen.

Das Krebsrisiko steigt

Neben einer möglichen Einschränkung der Lebensqualität, des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit birgt ein zu hohes Körpergewicht auch gesundheitliche Gefahren. Bereits ein Taillenumfang von über 80 Zentimetern erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus. Auch das Krebsrisiko ist bei übergewichtigen Frauen erhöht (Brust- und Gebärmutterkrebs).

Eine langfristige Umstellung des Speiseplans (ausgewogene und fettarme Ernährung) und mehr körperliche Aktivität sind gute Massnahmen, um das Körpergewicht zu halten oder gegebenenfalls zu reduzieren.

Bei starker Gewichtszunahme und zusätzlichen Wechseljahrbeschwerden ist es zudem sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren oder das Thema Gewichtszunahme bei der Routinekontrolle anzusprechen. Individuell kann eine medizinische Abklärung notwendig sein.

Weitere Informationen: Bundesamt für Gesundheit: www.bag.admin.ch

Schweizerische Gesellschaft für Ernährung: www.sge-ssn.ch

Schweizerische Menopausengesellschaft: www.meno-pause.ch

Autor: Corinna Braunigger