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22. September 2014

Die Geschichte der Apartheid in Bildern

Von den Buren-Diskriminierungen über das Apartheidsregime nach der Republiksgründung bis zum ANC-Protest mit Nelson Mandela und sozialen Spannungen unter Jakob Zuma: Alle Entwicklungen und Daten in der Bildstrecke (oben) und der Übersicht.

1857
1857: Die burenstämmige Kirche rät ihren nicht weissen Mitgliedern, fortan eigene Gottesdienste zu besuchen. (Symbolbild / alle Bilder © Keystone)

1857
Die burenstämmige Kirche rät ihren nicht weissen Mitgliedern, fortan eigene Gottesdienste zu besuchen.
1903
Die britischen Kolonialherren fangen an, die Menschen in Ethnien zu unterteilen und ihnen entsprechende Rechte zuzuweisen.
1910
Gründung der Republik Südafrika. Ab sofort ist jeglicher Sexualkontakt unter Andersfarbigen verboten. Nicht-Weisse haben kein Wahlrecht. Politische Ämter gibts für Nicht-Weisse nur in den Provinzregierungen.
1911
Offiziell wird in einem Gesetz (Mines and Works Act) festgelegt, dass Schwarz und Weiss nicht gleich zu behandeln sind und Nicht-Weisse fortan nur noch in zugewiesenen Reservaten Land erwerben können.
1918
Nelson Mandela wird geboren. Sein Vater gibt ihm den Namen Rolihlahla, was übersetzt Unruhestifter heisst.
1944
Nelson Mandela, damals 26-jährig, tritt dem African National Congress (ANC) bei und nimmt offiziell seinen friedlichen Kampf gegen die Ungerechtigkeit der weissen Minderheitenregierung auf.
1948
Die weisse Buren-Nationalpartei gewinnt die Parlamentswahlen. Sie entlässt alle Schwarzen aus öffentlichen Betrieben und sorgt für einen wirtschaftlichen Aufschwung, von dem vor allem ihre Mitglieder profitieren.
1952
Nelson Mandela entwickelt seinen M-Plan, ein friedliches, auf Bildung beruhendes Widerstandskonzept gegen die Rassentrennung. Ein mehrmonatiger Bann ist die Strafe: Er darf keine Politveranstaltung besuchen und Johannesburg nicht verlassen.
1960
Der ANC wird verboten – das Ende des friedlichen Kampfs für Nelson Mandela: Er tritt dem bewaffneten Flügel des ANC bei, verlässt illegal Südafrika, wirbt im Ausland für den ANC und lässt sich militärisch ausbilden.
1964
Mandela steht in Pretoria wegen Sabotage und bewaffneten Kampfs vor Gericht. Er sieht keinen Sinn mehr im friedlichen Widerstand, auf den die Regierung mit immer härteren Sanktionen reagiert, und plädiert für den bewaffneten Kampf. Er erhält lebenslänglich und wird nach Robben Island verfrachtet.
1985
Die weisse Minderheitsregierung isoliert sich international, die ersten wirtschaftlichen Sanktionen aus Europa folgen, und man bietet Mandela einen Deal an: Freilassung gegen Aufgabe des bewaffneten Kampfs. Er lehnt ab.
1988
Mandela erhält den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen und steht im selben Jahr auf der Terroristen-Watch-List der USA.
1990
Staatspräsident William de Klerk entlässt Mandela aus der Haft, lässt den ANC wieder zu, die Apartheidgesetze werden schrittweise aufgehoben und die National-Partei steht auch nicht weissen Mitgliedern offen.
1993
De Klerk nimmt erstmals einen Coloured, einen indischstämmigen Politiker, in sein Kabinett auf und erhält gemeinsam mit Mandela den Friedensnobelpreis.
1994
Die ersten demokratischen Wahlen Südafrikas. Der ANC gewinnt die absolute Mehrheit und wählt Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten.
1999
Nelson Mandela verzichtet auf eine zweite Amtszeit und tritt von der aktiven Politbühne ab.
2014
Jakob Zuma vom ANC hat eben seine zweite Amtszeit angetreten in einem Land, das am wirtschaftlichen und sozialen Abgrund steht. 20 Jahre nach dem offiziellen Ende der Apartheid sind die gesellschaftlichen Gräben riesig, ist die Arbeitslosigkeit hoch und sind die Aussichten düster.

Autor: Gerda Portner