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19. Mai 2014

Genf führt den CSI-Index an

Der CSI-Index – das Kürzel steht für Clubsandwich – vergleicht das Preisniveau in den Städten. Genf gilt damit laut Hotels.com als teuerste Stadt der Welt. Wir zeigen eine Auswahl preiswerter Alternativen.

Günstiger gehts in der Jugendherberge
Günstiger gehts in der Jugendherberge, hier in einem modernen Zimmer in Interlaken.

Laut einer aktuellen Studie des Hotelbuchungsportals Hotels.com bleibt Genf die teuerste Stadt der Welt, wenn es darum geht, ein Clubsandwich zu bezahlen. Mit einem Durchschnittspreis von gegen 30 Franken verteidigte die Calvin-Stadt den ersten Rang vom Vorjahr. Der Club Sandwich Index (CSI) nutzt den Hotel-Sandwich-Klassiker mit Poulet, Speck, Ei, Salat und Mayonnaise (alles andere als gesund!) als Barometer für die Erschwinglichkeit eines Reiseziels.

Um den CSI-Durchschnittspreis zu ermitteln, werden jeweils 30 Häuser aus den Kategorien Drei-, Vier- und Fünfsternehotels analysiert, die sich entweder in der Hauptstadt oder einer wichtigen touristischen Stadt der 28 untersuchten Länder befinden. Insgesamt untersuchte Hotels.com Preise von 840 Hotels – nun bereits zum dritten Mal.

In Genf musste man für ein solches Sandwich also durchschnittlich 28.65 Franken bezahlen (in einem Fünf-Sterne-Hotel 42 Franken, dafür bekommt man in einem einschlägigen französischen Bistro einen Dreigänger!). Paris folgt mit 25.80 auf Rang zwei. Helsinki belegt mit 21.40 Franken den dritten Platz, vor Stockholm (21.15), Oslo (20.90), London (19.90), Tokio (19.40), Hongkong (18.70), Rom (18.65) und Kopenhagen (18.40). Die indische Hauptstadt Delhi bleibt das billigste Reiseziel für ein Club-Sandwich. Es kostet durchschnittlich 7.70 Franken, wobei der Genuss von Mayonnaise in Indien nicht unbedingt ratsam ist … Dass die Mehrheit der Länder erneut einen Rückgang der Preise für ein Club-Sandwich aufweist, ist eine gute Nachricht für die Reisenden; sie bekommen im Ausland mehr für ihr Geld.

Clubsandwich
Es steht im Zentrum des getesteten Preisniveaus: das Clubsandwich. (Bild Hotels.com)

Poulet und Speck hin, Ei und Mayonnaise her: Das Club-Sandwich allein sagt nicht, dass eine Stadt und damit das jeweilige Land nur teuer oder nur preiswert ist. Wer in Genf übernachtet, soll beispielsweise mit der Tramlinie 12 in zehn Minuten bis nach Carouge fahren (Station Armes aussteigen). In der Nähe befindet sich die Auberge Communale. Dort kosten zwei verschiedene Dreigänger jeweils 45 Franken und die Zimmer im Zwei-Sterne-Hotel ab 150 Franken. Noch preiswerter ist die zentral gelegene Jugendherberge, ein ehemaliges Spital: Zweibettzimmer mit Dusche/WC und Frühstücksbuffet gibt es für 110 Franken, ein Bett in einem Mehrbettzimmer für 36 Franken.

Die Jugendherbergen sind schweizweit eine preiswerte Alternative. Sie haben den Mief vergangener Tage abgestreift und stellen vermehrt Zimmer in kleinen Einheiten zur Verfügung. Beispielhaft dafür steht die «Jugi» in Interlaken: Im modernen Neubau kostet eine Nacht im Sechsbettzimmer mit Lavabo 37.30 Franken, ebenfalls inklusive Frühstücksbuffet, Bettwäsche und Taxen, ein Zweibettzimmer mit Dusche und WC 128 Franken, womit das Vorurteil der durchwegs teuren Schweiz widerlegt ist.

Lesen Sie mehr über die neuen Jugendherbergen in einer der nächsten Ausgaben des Migros-Magazins.

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild