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07. Dezember 2015

Gehirnerschütterungen vorbeugen

Nach Verkehrsunfällen sind Stürze beim Sport die zweithäufigste Ursache von Gehirnerschütterungen. Und die sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Gehirnerschütterung: Schnee-, Kontakt- undKampfsportler sind besonders gefährdet
Gehirnerschütterung: Schnee-, Kontakt- undKampfsportler sind besonders gefährdet (Bild: Getty Images).

Der Suva werden jährlich etwa 6000 Fälle von Kopfverletzungen gemeldet, die man als Schädel-Hirn-­Trauma bezeichnet ein Anstieg um rund 30 Prozent in den letzten zehn Jahren. Der grosse Zuwachs ist vor allem darauf zurückzuführen, dass nach einem Schlag am Kopf häufiger der Arzt aufgesucht wird.

Drei Viertel der Schädel-Hirn-Traumata sind sogenannte «leichte traumatische Hirnverletzungen», die auch als Gehirnerschütterung bezeichnet werden.

Kurze Gedächtnislücken

Typisch für eine Gehirnerschütterung ist, dass der Verletzte unmittelbar nach dem Aufprall kurz das Bewusstsein verliert, eine kurze Gedächtnislücke aufweist oder mehrmals dieselben Fragen wiederholt, orientierungslos wirkt und im Denken verlangsamt ist. Auch können auffällige Bewegungsabläufe und Gleichgewichtsstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen Hinweise sein. Treten einer oder mehrere dieser Punkte auf, ist eine rasche Abklärung empfehlenswert.

Abklärung ist wichtig

Eine ärztliche Untersuchung ist nötig zum Ausschluss einer schweren Verletzung. Selten kann es bei einer Gehirnerschütterung zu einer Blutung innerhalb des Schädels kommen. Wird diese nicht erkannt, können schwerwiegende Komplikationen oder sogar der Tod eintreten.

Häufig wird deshalb eine Computertomografie durchgeführt. Damit lässt sich eine Blutung, eine Verletzung des Schädelknochens oder der Weichteile erkennen. Diese Untersuchung dient auch der Befunderhebung und Dokumentation, was häufig aus versicherungstechnischen Gründen wichtig sein kann, vor allem wenn Begleitverletzungen zum Beispiel an der Halswirbelsäule («Schleudertrauma») vorliegen. Der Arzt informiert anschliessend den Betroffenen über das angemessene Verhalten nach dem Unfall.

Die Folgen einer Gehirnerschütterung sind häufig noch lange spürbar: Müdigkeit, Kopfweh, Übelkeit, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit können hartnäckig bestehen bleiben, wenn sich der Verletzte körperlich und geistig nicht schont.

Ärztliche Überwachung

Insbesondere sollte die Wiederaufnahme des Sports nur unter ärztlicher Überwachung und mit stufenweisem Belastungsaufbau geschehen, um das Risiko eines Folgeunfalls zu minimieren. Tritt eine erneute Hirnverletzung während der Ausheilungsphase auf, können deren Auswirkungen deutlich stärker sein als bei der ersten. 

Autor: Roberto Llano