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25. April 2016

Gegen das Karussell im Kopf

Die Ursache von Schwindelattacken ist in den meisten Fällen nicht besorgniserregend. Trotzdem sollte man sich bei plötzlichem Schwindel von einem Arzt untersuchen lassen. Unten die Broschüre des Unispitals Zürichs zum harmlosen «Lagerungsschwindel».

verschiedene Ursachen: Der Schwindel
Ein Phänomen und verschiedene Ursachen: Der Schwindel.

Schwindel ist nicht gleich Schwindel. In der Regel unterscheidet man zwischen dem «ungerichteten» Schwindel, der einem Unsicherheits- oder kurzen Schwächegefühl entspricht, und dem «gerichteten» Dreh- oder Schwankschwindel. In jedem Fall handelt es sich um ein Missverhältnis zwischen den Informationen, die im Hirn zur Lage und Bewegung des Körpers im Raum verarbeitet werden.

Die Informationen bezieht der Körper einerseits über Sensoren im Innenohr, in der Halswirbelsäule und in den Lagemeldern in Gelenken. Andererseits über die Sensibilität, etwa der Fusssohlen, sowie über den ­Sehsinn. Entsprechend können Störungen all dieser beteiligten Informationssysteme zu Schwindel führen. Gerade im Alter kommt es vor, dass verschiedene Ursachen im Spiel sind.

Den Ursachen auf den Grund gehen

Am häufigsten kommt der gutartige Lagerungsschwindel vor, der plötzlich auftritt und durch eine bestimmte Bewegung des Kopfs ausgelöst wird. Diese führt zu einer Störung im Innenohr. Diese Art von Schwindel kann durch die Wiederholung der genau gleichen Bewegung des Kopfes «trainiert» und abgeschwächt werden.
Daneben gibt es andere Störungen des Innenohrs, die über Minuten bis Tage anhalten und oft von einer Fallneigung, Übelkeit oder einem Tinnitus begleitet sind.

Schwindelgefühle können zudem bei Herz-Kreislauf-Problemen auftreten, bei Herzrhythmusstörungen mit sehr hohem oder sehr tiefem Puls, sehr tiefem Blutdruck oder tiefem Blutzucker. Schwindel kann auch psychische Ursachen haben, wie zum Beispiel Panikattacken oder «Höhenangst».

Bei Schwindelattacken ist es wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen, um gefährliche Krankheiten wie etwa eine Durchblutungsstörung des Gehirns ausschliessen zu können. Besonders alarmierend ist, wenn der Schwindel begleitet wird von starken Kopfschmerzen, Bewusstseins­störungen, Sprach­störungen oder Lähmungen. 

GUTARTIGER LAGERUNGSSCHWINDEL
Die Broschüre des Unispitals Zürich zum harmlosen Schwindel herunterladen


Dr. med. Eva Engler, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Medbase Thun

Autor: Eva Engler

Illustrationen: Jörg Block