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27. April 2015

Gartentipps für Anfänger

Sie haben keinen grünen Daumen? Wers glaubt! Wer die klassischen Anfängerfehler vermeidet, wird staunen, wie einfach es ist, selbst bei wenig Platz eine eigene Ernte einzufahren. Als Starthilfe verlosen wir ein Balkongewächshaus.

Urban Gardening Gartentrend 2015
Gärtnern geht auch in der Stadt: «Urban Gardening» ist der Gartentrend (Bild: Getty Images).

Wer taugt zum Gärtner, zur Gärtnerin? Ein jeder, sagt der englische Gartenguru Monty Don. Und der wird es wohl wissen, begeistert er mit seinen TV-Sendungen auf BBC doch seit Jahren ein Millionenpublikum. Ein jeder, wie gesagt, vorausgesetzt, er ist bereit, ein Fleckchen Erde zu bepflanzen und zu pflegen. Selbst wenn es sich bei diesem Fleckchen nur um ein paar Blumentöpfe handelt, die sich im 5. Stock eines Mehrfamilienhauses auf dem Fensterbrett drängen.

Die Bereitschaft, sich die Finger dreckig zu machen, ist also der erste Schritt zum grünen Daumen. Weiter braucht es eine kleine Gartenschaufel, ein Häckerli, ein Sack torffreier Universal- oder Balkonerde, Gefässe in unterschiedlicher Grösse – Tontöpfe, alte Weinkisten, Pflanzsäcke: Hauptsache, das Wasser kann abfliessen –, Hanfschnur und Bambusstäbe zum Aufbinden, eine Gartenschere und eine Giesskanne. Und natürlich ein paar Samensäckli und Setzlinge.

Sonne oder Schatten? Die alles entscheidende Frage

Salat, Basilikum und Schnittlauch aus eigener Ernte: Frischer gehts nicht!
Salat, Basilikum und Schnittlauch aus eigener Ernte: Frischer gehts nicht! (Bild: Getty Images)

Salat, Basilikum und Schnittlauch aus eigener Ernte: Frischer gehts nicht! (Bild: Getty Images)

Was gesät oder gepflanzt wird, darüber entscheidet neben den eigenen Vorlieben die Ausrichtung des künftigen Gärtchens sprich die tägliche Sonnenscheindauer. Spinat, Randen, Salat und Radieschen beispielsweise kommen mit Halbschatten bestens aus. Auch Peterli und Schnittlauch zicken selten, es sei denn, man pflanzt sie direkt nebeneinander, was sie gar nicht schätzen.

Stangenbohnen wiederum wachsen den Bambusstäben entlang einfach dem Licht entgegen, und Walderdbeeren, die sich selbst in einem gewöhnlichen Blumenkistli prächig machen, sind eh Schattengänger. Für Farbe auf dem sonnenarmen Balkon sorgt die Kapuzinerkresse mit ihren essbaren orangen Blüten genauso wie der Mangold, dessen Stiele von Weiss, Gelb, Orange, Rot bis Pink changieren.

«Ungesäte Saat geht nicht auf», lautet ein japanisches Sprichwort. Drum: loslegen!
«Ungesäte Saat geht nicht auf», lautet ein japanisches Sprichwort. Drum: loslegen! (Bild: Getty Images)

«Ungesäte Saat geht nicht auf», lautet ein japanisches Sprichwort. Drum: loslegen! (Bild: Getty Images)

Möglichst sonnig hingegen mögens Zucchetto, Gurke, Tomate, Peperone, Honigmelone und Zuckererbse. Ebenfalls Sonnenanbeter sind mediterrane Gewürze wie Rosmarin, Salbei, Oregano, Thymian und Lavendel. Basilikum eignet sich gut zum Unterwachsen von Tomaten, während man der Ringelblume nachsagt, das Wachstum ihrer Nachbarn positiv zu beeinflussen.

Wer vertikal gärtnern will, gönnt sich ein Säulenobstbäumchen: Die Äpfel, Zwetschgen, Birnen, Aprikosen oder auch Kirschen können bis zu vier Meter hoch werden, benötigen aber nur rund einen halben Quadratmeter Balkonfläche. Und wer jetzt noch ein Säckli Wildblumensamen in den Pflanzenbehälter kippt, darf sich schon bald über den Besuch von Wildbienen freuen, welche die Bestäubung übernehmen.

Fairerweise muss ich aber sagen, dass Gärtnern nicht nur Lust, sondern ab und zu auch Frust bereiten kann. Werfen Sie aber bloss nicht das Häckerli in die Ecke, nur weils mal nicht rundläuft.

Meist gibt es nämlich so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit: Lässt eine längere Hitzeperiode den Kopfsalat frühzeitig aufschiessen, beschert sie im Gegenzug vielleicht eine Zucchettischwemme. Und fällt die Himbeerernte aus, weil sich der Himbeerkäfer bereits an den Früchten gütlich getan hat, sorgen möglicherweise im Gegenzug die Heidelbeeren für grosszügigen Naschnachschub.

Autor: Almut Berger