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15. Juli 2016

Gartengeister aus Holz

Letzthin im Wallis hab ich mal wieder gestaunt, wie vielfältig in dortigen Gärten die oft kunstvoll geschnitzten Holzfiguren daherkommen. Kein Wunder, sie haben auch ganz verschiedene Aufgaben ...

1. Tier- und Menschenfiguren in Lebensgrösse
1. Eine Gruppe Tier- und Menschenfiguren beinahe in Lebensgrösse.
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Ich bin überzeugt, im Wallis - sowohl im deutschsprachigen wie auch im französischsprachigen Teil - sind zum einen überdurchschnittlich viel handwerklich begabte Gartenbesitzer auszumachen. Die drei oben gezeigten Beispiele im Dreieck zwischen Martigny, Saxon und Sembrancher von einem Regentag Ende Juni sind zufällig. Sie boten sich in Strassennähe schlicht bequemer für einen Schnappschuss an, schliesslich betritt man ja keine fremden Grundstücke;-)
Daneben demonstrieren sie drei ganz verschiedene Gattungen und Stile von Holzfiguren im Garten oder am Haus:
1. Sehr hübsche Tier- oder Menschenfiguren in Lebensgrösse (oder etwas kleiner), die den Garten- oder früheren Bauernalltag darstellen sollen.
2.Wie auch speziell in der Ostschweiz (sowie Teilen der Zentralschweiz) tauchen wiederholt kunstvolle Reihen und Gruppen aus kleineren Figuren auf, die sich auf bestimmte Momente im Jahr oder Tag beziehen, in unserem Fall einen Alpaufzug zu Beginn des Sommers.
3. Im Wallis für mich am speziellsten sind jedoch die dargestellten Geisterfiguren, die zu Hälfte an menschliche Wesen, zur Hälfte an (Alb-)Traumgestalten erinnern. Fast wie die altrömischen Hausgötter (Penaten) sollen sie entweder gute Geister aus der Familien-Vergangenheit ans Heim binden, fast als eine Art (kleiner) Schutzpatron. Oder eben böse Geister (wie im Walliser Dialekt "dr Bozu") mit ebenfalls teilweise (familiär) bekannter Gestalt von Haus und Hof fernhalten. Hoffen wir, das wirkt bis heute!
Habt Ihr auch besondere Holzfiguren im Garten, selbst hergestellt oder an speziellen Orten erstanden - und was bedeuten sie, wofür stehen sie?

Autor: Reto Meisser