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21. Oktober 2013

Für eine bessere Welt

Unermüdlicher Einsatz für Umwelt, Menschenrechte und Bildung wird seit über 30 Jahren mit dem Alternativen Nobelpreis «Right Livelihood Award» belohnt. Die Preisträger kommen aus aller Welt, bisher aber nicht aus der Schweiz.

Frieden, Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaft: In diesen sechs Kategorien wird jährlich der Nobelpreis verliehen. Für den Schweden Jakob von Uexküll werden bei der Auszeichnung die Bedürfnisse der Dritten Welt zu wenig berücksichtigt, weshalb er im Jahr 1980 weitere Nobelpreise für Ökologie und Engagements gegen Armut vorschlug. Die Nobelstiftung lehnte ab und von Uexküll gründete daraufhin den Right Livelihood Award, der heute vor allem unter dem Namen Alternativer Nobelpreis bekannt ist.

Die Stiftung vergibt jährlich bis zu vier Preise für besondere Leistungen und unermüdlichen Einsatz für Umweltschutz, Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung, Gesundheit und Bildung. Mit dem Alternativen wie auch dem «richtigen» Nobelpreis ausgezeichnet wurde bis heute erst ein Mensch: die vor zwei Jahren verstorbene Kenianerin Wangari Muta Maathai. Ersteren erhielt sie 1984 für ein grosses Umweltprojekt in ihrem Heimatland – 20 Jahre später wurde sie als erste afrikanische Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet

Über 100 Preisträger
Am 26. September 2013 wurde bekanntgegeben, welche Persönlichkeiten die diesjährigen Right Livelihood Awards erhalten. Sie folgen auf fast 140 Menschen und Organisationen, die in den vergangenen 32 Jahren damit ausgezeichnet worden sind (siehe: Website des Right Livelihood Award ). Die beiden ersten Preisträger waren 1980 der ägyptische Architekt Hassan Fathy und der Amerikaner Stephen Gaskin für Bauprojekte für Arme bzw. den unermüdlichen Einsatz für Bedürftige in den USA.

Astrid Lindgren 1994 (Bild Hand T. Dahlskog/RightLiveliHood.org)
Astrid Lindgren, Preisträgerin des Right Livelihood Awards 1994. (Bild Hand T. Dahlskog/RightLiveliHood.org)

Hans Rudolf Herren erhielt in diesem Jahr als erster Schweizer den Alternativen Nobelpreis verliehen. Er teilt sich mit dem Amerikaner Paul Walker, der Palästinenser Raji Sourani, der aus der Republik Kongo stammende Denis Mukwege den mit 2 Millionen schwedischen Kronen (rund 284 000 Franken) dotierten alternativen Nobelpreis.

Einzige Preisträgerin aus der Schweiz ist neben Herren die Genfer Organisation International Baby Food Action Network, die für eine Kampagne zur Förderung des natürlichen Stillens ausgezeichnet wurde. Der Grossteil aller Preisträgerinnen und Preisträger sind Menschen aus Entwicklungsländern, die sich in ihren Heimatländern in Umweltbelangen, Menschenrechten oder im Bereich Bildung verdient gemacht haben. Die berühmteste Trägerin des Right Livelihood Awards ist Kinderbuchautorin Astrid Lindgren (Bild rechts, Hans T. Dahlskog / Rightlivelihood.org).

Autor: Reto Vogt