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28. Juli 2014

Füdliblutt!

Bitte warm anziehen: Auf dem «Bohne-, Bluescht- & Berger»-Blog wird nackt gegärtnert!

Zwei Nacktgärtner, diskret hinter der Giesskanne
Trendsetter: zwei Nacktgärtner im «Bohnebluescht»-Garten.

Dieser Tage habe ich ein österreichisches Heftli in die Hände bekommen, in dem es um das nackte Leben ging, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Thematisiert wurden nämlich nackt radeln (scheint in Madrid der Renner zu sein, obwohl sie ja eigentlich fahren), nackt reiten (ohne Ortsangabe, jedenfalls auf einem Pferd), nackt wandern (im Appenzell, wo sonst?) und nackt - gärtnern. Und damit waren nicht etwa Nacktschnecken gemeint, die sich durchs Gemüse arbeiten, sondern hundskommune Hobbygärtner und -innen wie Ihr und ich, einfach ohne Klamotten.

Will man dem österreichischen Heftli weiter glauben, findet das textilfreie Getummel vor allem im Mekka aller Gartenfreunde, sprich Grossbritannien, statt. Und zwar ganz verschärft: Angeblich ist das füdliblutte Buddeln, Häckerle und Eintopfen bei den britischen Freiköperkulturanhängern bereits auf Platz zwei ihrer beliebtesten Freizeitbeschäftigungen gerutscht - nach dem Nacktbaden.

Nackt baden, okay, das macht ja irgendwie noch Sinn, bleibt so doch wenigstens das Badezeug trocken. Aber nackt gärtnern? Mal abgesehen davon, dass man da teils auch mit gefährlichen Teilen hantiert (ich sage nur: Heckenschere, den Rest überlasse ich Eurer Fantasie). Es gibt aber auch sonst Diverses, das ich nicht wirklich an meine Nacktheit lassen möchte wie Ameisen, Rosendornen oder Spaghettiliegestühle. Zwar kann man in Gegenzug argumentieren, dass auch Adam und Eva sich nackt in ihrem Gartenparadies getummelt haben. Nur heisst das noch lange nicht, dass sie selbst zur Heckenschere gegriffen hätten. In der Bibel zumindest findet sich nichts darüber.

Die Briten, um auf den Punkt zurückzukommen, lassen sich auf jeden Fall weder von der Bibel noch von allfälligem Krabbelgetier irritieren. Und haben darum vor neun Jahren den «World Naked Gardening Day» ins Leben gerufen, der jeweils am ersten Samstag im Mai zelebriert wird.

Aber Achtung, wer jetzt damit liebäugelt, am 2. Mai 2015 (oder auch früher) die Hüllen fallen zu lassen, dem sei gesagt: unbedingt erst die rechtliche Lage checken! Nacktwandern ist zumindest in der Schweiz gemäss einem Urteil von Juli 2011 strafbar!

Füdlibluttgärtner, mit Giesskanne getarnt
Füdlibluttgärtner, mit Giesskanne getarnt

P.S.: Und wer sich jetzt darüber echauffieren will, Frau Bohnebluescht zeige hier Pornografisches, dem sei gesagt: alles nur Fake, die nackte Wahrheit, die sieht nämlich so aus: (aufs Bildchen klicken)

Werkelt Ihr ebenfalls gern mal füdliblutt in Eurem Gartenparadies herum? Oder überlasst Ihr das lieber den Briten respektive den Nacktschnecken? Outet Euch über einen Kommentar, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos (Infos zu beidem siehe oben rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger