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19. September 2016

Muss man die Freunde seiner Freunde mögen?

Kolumnist Philipp Tingler beantwortet jede Woche eine Frage des modernen Benehmens. Diesmal: Muss man die Freunde seiner Freunde mögen?

Freunde der Freunde
Wer Freunde hat (und will), muss auch mal auf die Zähne beissen können, was deren Freunde angeht.

«‹Wer mich liebt, liebt auch meinen Hund›, besagt ein oft zitierter ­lateinischer Spruch. Das ist insofern richtig, als er besagt: Bei wahren Freunden akzeptiert man auch Makel und Macken.

Es heisst aber entschieden nicht, dass man nun auch sämtliche Freunde seiner Freunde mögen müsste. Oder die Partner, Kinder, Haustiere seiner Freunde (auch wenn die Ablehnung des gesamten Umfelds allerdings belastend wirken kann). Man muss nicht mal die Freunde seiner besseren Hälfte mögen.

Es besteht allerdings eine Pflicht zu manierlichem Umgang und zivilem Verkehr. Freunde ohne deren Partner einzuladen, ist grundsätzlich genauso unhöflich wie die Weigerung, Ihre bessere Hälfte zu einem Abend bei Beat und Ursina zu begleiten, bloss weil Sie die nicht ausstehen können.

Denken Sie daran: Liebe verlangt Opfer. Und Opfer geben Verhandlungsmacht.»

Autor: Philipp Tingler

Illustrationen: Andreas Klammt