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23. Februar 2017

Frauen von heute über das Frauenstimmrecht

Am 9.  März startet «Die göttliche Ordnung» in den Kinos, ein Spielfilm über den langen Weg an die Urne. Prominente Schweizerinnen sagen, was ihnen Stimm- und Wahlrecht bedeuten und was es noch zu tun gibt.

Frauen ohne Stimm- und Wahlrecht
Als Frauen in der Schweiz noch kein Stimm- und Wahlrecht hatten. (Bild: Keystone / Belicta Castelbarco)

Es begann 1868. Damals versuchten Zürcher Frauen, bei einer kantonalen Verfassungsrevision erstmals das Wahlrecht zu erhalten – vergeblich. Es dauerte weitere 103 Jahre, bis die Schweizer Männer es 1971 an ­einer nationalen Volksabstimmung guthiessen. Vom Wahlkampf um das Frauenstimmrecht erzählt Petra Volpes (46) neuer Film «Die göttliche Ordnung», eine gelungene Mischung aus Komödie, Drama und Heimatfilm, der sieben Nominationen für den Schweizer Filmpreis ergattern konnte.

Warum aber dauerte dieser Kampf so lange? «Das lag einerseits an der direkten Demokratie», sagt Franziska Schutzbach (38), Soziologin und Genderforscherin an der Universität Basel. «In anderen Ländern entschieden die Parlamente darüber, dort war es leichter, Mehrheiten dafür zu gewinnen.»

Frauen riskierten ihre Existenz
Eine Rolle habe aber auch die in den Kriegsjahren entwickelte gesellschaftliche Haltung der «geistigen Landesverteidigung» gespielt. «Dabei wurde ein traditionelles Rollenbild propagiert, und dazu gehörte, dass die Frau sich um Haus und Kinder kümmern sollte. Und sonst nichts. Wer das anders sah, galt schnell als Landesverräterin – und riskierte die ganze Existenz.»

Wir haben Frauen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft gefragt, was ihnen das Stimmrecht bedeutet. Und ob sie verstehen können, dass es 1971 auch Gegnerinnen gab, die fanden, sie bräuchten das Stimmrecht nicht, die Männer machten das schon gut.

Petra Volpe (46)

Frauen brauchten damals Mut, sich dafür einzusetzen

Petra Volpe
Petra Volpe

Regisseurin «Die göttliche Ordnung», Berlin und New York: «Meine Abstimmungsunterlagen kommen immer per Post nach Berlin. Und wenn ich in New York bei meinem Mann bin, lasse ich sie mir nachschicken. Ich finde es sehr wichtig, dieses Recht wahrzunehmen – es starben einst Leute dafür, teil­weise tun sie es heute noch. Es gab in der Schweiz auch Abstimmungen, die von Frauen entschieden worden sind, etwa die zum neuen Eherecht 1985. Zuvor durften sie ohne Einverständnis des Ehemanns keine Arbeit annehmen und kein Bankkonto eröffnen. Aber wenn einem etwas verweigert wird und man glaubt, keine Chance zu haben, daran was zu ändern, dann redet man sich ein, dass man das ja eh nicht will. Mit diesem Mechanismus lässt sich vielleicht erklären, weshalb es 1971 Frauen gab, die das Stimmrecht bekämpften. Umso mehr Mut brauchten jene Frauen, die sich dennoch dafür einsetzten.»

Natalie Rickli (40)

Die Gleichstellung ist nun schon lange erreicht

Natalie Rickli
Natalie Rickli

SVP-Nationalrätin, Winterthur ZH: «Ich war mit 22 für zwei Monate in Australien, da habe ich eine Abstimmung verpasst, sonst aber nie.Es ist gut, dass die Frauen in den 1960er-Jahren für das Stimmrecht ­gekämpft haben, aber die Gleichstellung ist nun schon ­lange erreicht – statt in der Vergangen­­heit zu ­verharren, sollten wir politische Debatten zu wichtigen Themen führen. Bei moralisch-­ethischen ­Frage ist es gut möglich, dass das Geschlecht beim politischen Entscheid eine Rolle spielt. Leider unterstützen mich kaum je linke Frauen bei Vorstössen, wo es um härtere Strafen für Sexualstraftäter geht. Da scheint die Parteilinie wichtiger zu sein als der Schutz der Frauen.»

Franziska Schutzbach (38)

Eigentlich ist die Schweiz erst seit 1971 eine Demokratie

Franziska Schutzbach
Franziska Schutzbach

Genderforscherin, Basel: «Die politischen Rechte waren mit ein Grund, mich vor drei Jahren einbürgern zu lassen. Seither habe ich noch keine Abstimmung ausgelassen. Im Moment ist es besonders wichtig, unsere Stimmen einzubringen, um den antidemokratischen Kräften im Westen etwas entgegenzusetzen. Frauen, die 1971 gegen ihr Stimmrecht argumentierten, übernahmen die männlich dominierte Auslegung der Ge­sellschaft – das geschieht teilweise auch heute noch. Paradox ist natürlich, dass gerade jene Frauen, die sich besonders vehement gegen das Stimmrecht engagierten, selbst hochpolitisch waren und damit genau das taten, gegen das sie sich wehrten. Entscheidend scheint mir aber, dass die Idee von der Schweiz als ältester Demokratie der Welt ein Mythos ist: Eigentlich ist sie erst seit 1971 eine Demokratie.»

Irina Beller (43)

Politik ist ein Spiel

Irina Beller
Irina Beller

Jetsetlady und Moderatorin, Pfäffikon SZ: «Politik ist ein Spiegelbild der Wirtschaft und deshalb wichtig für mich. Ich stimme auch immer ab. Klar beeinflussen Frauen den Ausgang von Abstimmungen, aber nicht mehr oder weniger als Männer. Politik ist ein Spiel, und wir alle sind bloss Spieler. Dass es 1971 Gegnerinnen gab, überrascht mich nicht. Es war doch schon in der Steinzeit so, dass sich Frauen von Männern dominieren liessen.»

Bea Knecht (49)

Diversität ist auch im politischen Prozess eine Bereicherung

Bea Knecht
Bea Knecht

Zattoo-Chefin und Transfrau, Bäch SZ: «Unabhängig von Genderfragen ist es für die Demokratie ungesund, wenn erwachsene Bürger nicht gleichwertig zu Wort kommen. Diversität ist auch im politischen Prozess eine Bereicherung. Man beziehungsweise frau betrachtet die Dinge aus einer anderen Perspektive, setzt andere Prioritäten.»

Lauriane Sallin (23)

Das Recht zum Abstimmen ist auch eine Pflicht

Lauriane Sallin
Lauriane Sallin

Miss Schweiz, Belfaux FR: «Meine Urgrossmutter war gegen das Frauenstimmrecht, sie war der Meinung, dass ihr Mann an der Urne die ganze Familie vertrete. Das könnte ich mir nicht vorstellen. Ich wohne noch zu Hause und teile die Ansicht meines Vaters nicht immer. Für mich ist es selbstverständlich, eine eigene Stimme zu haben. Dank der direkten Demokratie dürfen wir in der Schweiz bei vielem mitreden, das ist nicht selbstverständlich. Darum ist das Recht zum Abstimmen auch eine Pflicht, eine Verantwortung, die wir wahrnehmen müssen. Gerade in jüngster Zeit gibt es Tendenzen für einen Backlash, wie etwa in Polen, wo man den Frauen das Abtreiben verbieten wollte. Darum müssen wir aktiv bleiben.»

Elisabeth Joris (71)

Auch die damalige Regierung ist schuld an der späten Einführung

Elisabeth Joris
Elisabeth Joris

Historikerin, Zürich: «Ich konnte nie einsehen, warum ich in diesem Staat nicht gleich wie meine Brüder mitwirken konnte. In anderen Ländern wurden die sozialen Strukturen durch die beiden Weltkriege aufgebrochen. Hier hingegen wurde das Verschontwerden nach 1945 gar selbstgerecht als eigenes Verdienst und Resultat des Schweizer Systems gedeutet. Warum also sollten wir etwas ändern? 1959 kam das Frauenstimmrecht zum ersten Mal an die Urne, doch der Bundesrat sprach sich nie klar für das Mitwirken der Frauen aus. Somit trägt auch die damalige Regierung eine Verantwortung für die späte Einführung.»

Marthe Gosteli (99)

Unter den Gegnerinnen waren auch intelligente Frauen

Marthe Gosteli
Marthe Gosteli

Frauenrechtlerin, Worblaufen BE: «Es gab damals einige Frauen, die das Stimmrecht gar nicht wollten. Darunter waren zum Teil durchaus auch sehr intelligente Zeitgenossinnen. Sie organisierten sich sogar, um gegen uns zu kämpfen. Manche meinten, sie könnten die Männer zu Hause so beeinflussen, dass diese dann an der Urne schon in ihrem Sinne abstimmen würden. So ein Blödsinn! Ich sagte immer: Man darf anderen das Stimmrecht nicht vorenthalten, nur weil man es selbst nicht will. Später haben mir einige der Gegnerinnen des Frauenstimmrechts gesagt, ich sei immer fair geblieben – das fand ich schön. Dass es Leute gibt, die ihr Stimmrecht nicht ­nutzen, kann ich zwar nicht wirklich nachvollziehen. Aber wichtig ist, dass jeder selbst ent­scheiden kann, ob er mitreden will oder nicht.»

Marie Leuenberger (37)

Durch den Film bin ich heute politisch aktiver als früher

Marie Leuenberger
Marie Leuenberger

Hauptdarstellerin «Die göttliche Ordnung», Berlin: «Als Auslandsschweizerin stimme ich nur bei Vorlagen auf Bundeebene ab, mittlerweile online. Und wenn ich nicht gut genug über ein Thema informiert bin, lasse ich auch mal eine Abstimmung aus. Es ist erstaunlich, welche Auswirkungen die Hauptrolle in dem Film auf mein reales Leben hat. Ich bin dadurch heute politisch aktiver als vorher. Gerade in der Filmbranche liegt noch einiges im Argen: 60 bis 80 Prozent aller Filmfördermittel gehen an männliche Regisseure oder Drehbuchautoren. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass sich das ändert. Wichtig finde ich auch den Satz, den meine Mutter mir mitgegeben hat: ‹Falls du Kinder kriegst, sieh zu, dass du mit einem Bein im Berufsleben bleibst.› Letztlich garantiert eben nur das eine gewisse Unabhängigkeit.»

Frieda Hodel (33)

Ich will mitreden

Frieda Hodel
Frieda Hodel

Ex-Bachelorette, Zürich: «Frauen, die das Abstimmen selbst 1971 weiterhin den Männern überlassen wollten, kann ich nicht wirklich verstehen. Als moderne Frau habe ich ein anderes Rollenselbstverständnis: Ich will mitreden und halte mich über politische Veränderungen und Entscheide auf dem Laufenden.»

Zoë Jenny (42)

Es braucht das weibliche Korrektiv

Zoë Jenny
Zoë Jenny

Schriftstellerin, Wien: «Im Ausland höre ich manchmal: ‹Du bist Schweizerin? Ihr habt das Frauenstimmenrecht doch so spät eingeführt?› Das ist mir immer ­etwas peinlich. Das hat so was Rückständiges. Dabei ist es gerade in der Schweiz wichtig, dass alle eine Stimme haben, weil wir so oft an die Urne gerufen werden. Für mich ist das politische Mitspracherecht sehr wichtig. Die Entscheide, die in der Politik getroffen werden, haben Auswirkungen auf unser Leben. Logisch will ich da mitreden. Zudem glaube ich: Es braucht das weibliche Korrektiv.»

Maya Graf (55)

Frauen denken beim Abstimmen nicht nur an sich

Maya Graf
Maya Graf

Nationalrätin der Grünen, Sissach BL: «Als Co-Präsidentin der Alliance F, dem Bund Schweizerischer Frauenorganistionen, darf ich heute in der Nachfolge all dieser vielen mutigen Frauen sein, die seit 1900 für das Frauenstimmrecht gekämpft haben – und der friedliche Kampf um Gleichstellung ist auch heute noch aktuell. Wir zeigen ‹Die Göttliche Ordnung› in einer speziellen Vorpremiere und laden dazu auch Pionierinnen von damals ein. Das Gelungene am Film ist, dass er zeigt, wie alle – auch die Männer – Opfer von jenen starren Strukturen und Traditionen waren, die damals herrschten. Politisch mitzureden war für mich immer selbstverständlich und essentiell. Und laut einer Analyse von Claude Longchamps haben die Frauen seit Mitte der 80er-Jahre mehr Abstimmungen entschieden als die Männer. Sie neigen dazu, beim Abstimmen nicht nur an sich zu denken, sondern auch an ihre Kinder und die nächsten Generationen – häufiger als Männer.»

Sylvie Durrer (56)

Dank der Stimmen der Frauen kamen viele Themen erst aufs Tapet

Sylvie Durrer
Sylvie Durrer

Direktorin des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann, Bern: «Im Jahr 1971 war ich elf Jahre alt. Ich erinnere mich noch gut, wie ich damals erstaunt war, dass meine Mutter und Grossmutter bis zu diesem Zeitpunkt nicht abstimmen durften. Ich bin mit einem anderen Selbstverständnis aufgewachsen. Erst beim Übertritt in die Sekundarschule im Kanton Waadt erkannte ich, dass je nach Geschlecht ein anderer Massstab galt: Um in eine höhere Leistungsklasse zu kommen, mussten Mädchen damals noch einen besseren Notendurchschnitt mitbringen als Knaben. Mit dem Verfassungsartikel über die Gleichstellung wurde diese Ungleichbehandlung 1982 aufgehoben. In der Folge wurden bis heute etliche gleichstellungspolitische Anliegen in die Gesetzgebung aufgenommen, so etwa das neue Eherecht, die Mutterschaftsversicherung und das gemeinsame Sorgerecht. Dass die Schweiz die weibliche Sicht aussen vor lässt, ist Vergangenheit. Wichtig bleibt, dass Frauen ihr Stimmrecht auch nutzen.»

Therese Affolter (65)

Viele Gegnerinnen hatten Angst, dass der Frau etwas verloren geht

Therese Affolter
Therese Affolter

Schauspielerin «Die göttliche Ordnung», Wien: «Ich war 1971 an der Schauspielschule in Wien, als die Frauen in der Schweiz auf die Strasse gingen, um für das Frauenstimmrecht zu kämpfen – sonst hätte ich da ­definitiv mitgemacht. Heute stimme ich schon regelmässig ab, aber nicht jedes Mal, mein Lebensmittelpunkt ist halt hier in Wien, wo ich aber leider nicht wählen darf. Zum Glück hat es Alexander van der Bellen auch ohne mich geschafft... Im Film spiele ich die Frau Dr. Wipf, die sich gegen das Stimmrecht engagiert. Auch wenn ich, ehrlich gesagt, nur schwer nachvollziehen kann, wie man damals diese Haltung vertreten konnte, war mir wichtig, sie nicht als Karikatur zu spielen, sondern sie ernst zu nehmen. Viele, die damals wie sie dachten, hatten tatsächlich Angst, dass der Frau durch die Mitbestimmung etwas verloren geht, dass ihre Weiblichkeit irgendwie Schaden nimmt. Viele wollten auch einfach Konflikte mit ihrem Mann vermeiden.»

Jovita Pinto (32)

Es gibt viele Menschen, die hier wohnen, aber nicht mitbestimmen dürfen

Jovita Pinto
Jovita Pinto

Kulturwissenschaftlerin, Zürich: «Wenn gewisse Teile der Bevölkerung in einem Staat kein Stimmrecht haben, ist das nicht demokratisch. Das gilt nicht nur in Bezug auf Frauen. Es gibt viele Menschen, die hier wohnen, aber nicht mitbestimmen dürfen, wie wir miteinander leben und unsere Umwelt gestalten. 1971 war das Bild der Mittelschichtsfamilie mit getrennten Rollen für Frau und Mann extrem stark. Mit diesem Rollenbild lebten alle, freiwillig oder nicht – und wir sind auch heute noch längst nicht davon befreit.»

Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (41)

In Kenia haben die Frauen das Stimmrecht schon 1963 erhalten

Yvonne Apiyo Brändle-Amolo
Yvonne Apiyo Brändle-Amolo

SP-Politikerin, Weiningen ZH: «Eine Gesellschaft ohne Politik wäre wie ein Himmel ohne Sterne, also irgendwie orientierungslos. Ohne Politik kann sich eine Gesellschaft nicht weiterentwickeln. Frauen sind ein Teil der Gesellschaft, und so ist es für mich nur logisch, dass auch ich eine Stimme habe. Darum bewundere ich die Frauen, die sich damals für die Gleichberechtigung einsetzten und für ihren Platz in diesem System kämpften. In Kenia, meinem Herkunftsland, haben die Frauen das Stimmrecht schon 1963 erhalten. Trotzdem ist man in Kenia in Sachen gleiche Rechte für Mann und Frau längst nicht so weit wie in der Schweiz.»

Yonni Meyer (35)

Das Fundament ist gelegt, das Haus muss noch fertig gebaut werden

Yonni Meyer
Yonni Meyer

Kolumnistin, Zürich: «Die Vorstellung, nicht abstimmen zu dürfen, ist für mich völlig absurd. Ich nehme immer an Abstimmungen teil, enthalte mich jedoch bei einzelnen Vorlagen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich von einem Thema zu wenig verstehe. Ich finde das sinnvoller, als mich einfach an der Meinung einer bestimmten Partei zu orientieren. Wichtig ist, dass ich selbst entscheiden kann, ob ich mitreden möchte oder nicht. Dass die meisten Frauen meiner Generation das Stimmrecht als etwas Selbstverständliches betrachten, ist eigentlich ein gutes Zeichen. Trotzdem dürfen wir uns nicht einfach ausruhen. Heute ist das Fundament für die Gleichstellung gelegt, das Haus muss aber erst noch fertig gebaut werden.»

Claudine Esseiva (38)

Der Kampf ist heute ein anderer, aber er geht weiter

Claudine Esseiva
Claudine Esseiva

Generalsekretärin FDP-Frauen, Bern: «Als ich als Schülerin erfuhr, dass das Frauenstimmrecht in der Schweiz erst zu Beginn der 1970er-Jahre eingeführt wurde, war das ein Schock für mich. Ich konnte mir nicht vorstellen, in einer Gesellschaft zu leben, in der Männer und Frauen nicht die gleichen Rechte haben. Politisiert wurde ich mit rund 30 Jahren. Damals realisierte ich allmählich, dass Frauen und Männer im Berufsleben anders behandelt werden und Frauen nicht die gleichen Karrierechancen haben wie Männer. Das liegt mitunter an der Familienpolitik, bei der es noch immer Handlungsbedarf gibt. Stichworte sind etwa Vaterschaftsurlaub oder Tagesschulen. Es gilt, Strukturen zu schaffen, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in der Schweiz möglich ist. Der Kampf ist heute ein anderer als in den 1970er-Jahren, aber er geht weiter. Die Grundrechte haben wir. Jetzt gilt es, die Gesellschaft weiterzuentwickeln.» 

Autor: Andrea Freiermuth, Ralf Kaminski