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22. März 2017

Frau Bohnebluescht rezensiert VI

Heute: «Mein Garten für freilaufende Hühner»

Nein, die Hüehntschis wollten nicht mit aufs Bild.
Nein, die Hüehntschis wollten nicht mit aufs Bild.
Lesezeit 2 Minuten

Okay, jeder, der diesen Blog schon etwas länger verfolgt, weiss, dass ich nicht wirklich neutral bin, wenn es um das Thema Hühner im Garten geht. Und in der Folge auch nicht, was Bücher angeht, die eben dieses Thema behandeln.
Drum wird es Euch auch nicht wirklich überraschen, wenn ich für einmal mit dem Fazit beginne: «Mein Garten für freilaufende Hühner» ist wirklich, wirklich ein Gewinn für alle die, die sich laut überlegen, ein paar Hüehntschis in den Garten zu holen. Es ist aber auch ein Gewinn für jene, die sich diesen Traum bereits erfüllt haben, also auch für mich als stolze Besitzerin einer Zwerg-Wyandotten-Hühnertruppe.
Eigentlich könnte meiner Rezension hier bereits enden, ich will jetzt aber nicht so sein. Drum hier noch ein paar Argumente:
Autorin Jessi Blom, übrigens eine Amerikanerin, ist zertifizierte Gartenarchitektin mit Schwerpunkt nachhaltige Gartenplanung und hat schon diverse wichtige Gartenpreise eingeheimst. Was aber in meinem Augen viel wichtiger ist: Sie hält schon seit vielen Jahren freilaufende Hühner in ihrem Garten. Und genau das merkt man an all den Tipps und Ratschlägen.
Entsprechend wird denn auch neben Basics wie Hühnerstall, Rassenwahl und Fütterung alles themtisiert, was so eine Freilaufhühnerhaltung an Themen aufwirft: die Wahl einer möglichst hühnerresistente Bepflanzung der Umgang mit lärmempfindlichen Nachbarn respektive mit Beutegreifern wie Busshard oder Marder, aber auch, was man unternehmen kann, wenn Hühner ihre Eier irgendwo unter den Büschen «verhühnern».
Was mir persönlich aber am besten gefallen hat, sind die Porträts diverser Hühnerhalter, ihrer Hühner und Gärten. Eröffnet wird der Reigen von der Autorin Jessi selber, die unumwunden zugibt, bei ihrem ersten Federvieh so ziemlich alles falsch gemacht zu haben, was man nur falsch machen kann. Oder die gerademal neunjähige Elizabeth, die über die Bantam-Hennen ihrer Familie einen eigenen Blog schreibt. Oder Angela und Travis, die mitten in der Grosstadt drei Seidenhennen und einem Hahn halten.
Und alle Porträts machen sie Mut, sich selber an das Projekt «Hühner im Garten» zu wagen. Es braucht nämlich gar nicht so viel, wie ich aus eigener Erfahrung weiss. Und wen interessiert schon Hühnerscheisse auf der Fussmatte vor der Terrassentür wenn man das erste Ei des Jahres einsammeln kann!
«Mein Garten für freilaufende Hühner»von Jessi Blom, Haupt Verlag, gibt’s bei Ex libris.
Wer jetzt wissen will, wie es denn so war, damals, als die Hüehntschis in den Bphnenbluescht-Garten eingezogen sind, hier ein Rückblick:
Die Planung des Hühnerstalls ist abgeschlossen, Diskussionsstoff bietet hingegen noch die Rasse.
Im «Bohnebluescht»-Garten laufen zur Zeit Akkubohrer und Stichsäge heiss: Der Bau des neuen Hühnerstalls ist angelaufen.
Der Blog wird anscheinend auch in Bundesbern gelesen. Ein nettes Mail vom «Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, Abteilung Tierschutz» informiert zum Thema Hühnerwohl.
Im «Bohnebluescht»-Garten ist das Federvieh eingezogen. Ungezogenerweise verhält es sich aber nicht tierschutzkonform: Es ignoriert nämlich die extra angebrachten Sitzstangen.

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