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23. Januar 2017

Frau Bohnebluescht rezensiert IV

Heute: «Vom Beet in die Küche – Von Bambussprossen über Dahlienknollen bis zu Süsskartoffelblättern»

Was interessiert mich der Winter draussen vor der Tür: Hauptsache, die (Garten-)Lektüre passt.
Was interessiert mich der Winter draussen vor der Tür: Hauptsache, die (Garten-)Lektüre passt.
Lesezeit 2 Minuten

Heute ist mir das neuste Werk von Sabine Reber, Gartenfrau beim Tages-Anzeiger und der Coop-Zeitung, auf den Schreibtisch geflattert. Nur schon aus Konkurrenzbeobachtungs-Überlegungen konnte ich nicht widerstehen, ein bitzeli darin zu blättern. Und siehe da, es gab einiges zu lernen:
Wusstet Ihr beispielsweise, dass man die Blätter der Fetthenne (Sedum) als Salat verwenden kann? Sabine Reber schlägt vor, ein paar der fetten Blätter in Kombination mit Ziegenfrischkäse und Feigen zu servieren. Ein Rezept, das ich nächsten Sommer sicher ausprobieren werde.
Interessant ist auch der Vorschlag, die Knollen der Dahlien nicht zu überwintern, sondern stattdessen in die Pfanne respektive den Ofen zu hauen. Denn das bedeutet ja auch, im Frühling wieder Platz für neue Farben und Formen zu haben, was wohl jedes Gärtnerherz frohlocken lässt. Die mitgelieferten Tipps sorgen dafür, dass es mit der Dahlienanpflanzung auch sicher klappt.
Wem der wüchsige Bambus mal wieder ausgebüxt ist, wird nach Lektüre des Buches die jungen Triebe künftig einfach – braten und mit einem Gemüse-Kokos-Curry servieren. Die Buchautorin zieht ihren Bambus übrigens in einer aus alten Brettern zusammengenagelten «Wucherkiste» auf einem Parkplatz. Eine andere Variante wäre der Einbau einer Rhizomsperre.
Neu war mir auch, dass man mit den Blüten der Fuchsie Desserts aufpeppen kann. Sie sind nämlich wie beispielsweise die Rosen- oder Veilchenblüten essbar.
Als Wehrmutstropfen hingegen habe ich empfunden, dass bei den Rezepten keine Zubereitungszeit vermerkt ist. Hilfreich hingegen ist das Kapitel «Mein Gartenjahr»: Hier wird Monat für Monat aufgezeigt, was a) im Garten und b) in der Folge in der Küche anfällt.
Übers Ganze gesehen kann man sagen, dass «Vom Beet in die Küche» die zwei Themen Gärtnern und Kochen folgerichtig und saisongerecht unter einen Hut bringt. Dass beides «in bio» erfolgt, macht das Buch gleich nochmals sympathischer.

Am allerbesten hat mir aber folgende Ansage gefallen: «Gärtnern ist wie Sex oder wie Kochen: Das kann jeder. Weg mit der Angst, etwas falsch zu machen! Weg mit den angestaubten Regeln! Es lebe die Anarchie im Garten!».

In dem Sinne: Packens wir an!
«Vom Beet in die Küche – Von Bambussprossen über Dahlienknollen bis zu Süsskartoffelblättern» von Sabine Reber, AT Verlag, gibts bei Ex libris.
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