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24. August 2015

Fitnessarmbänder im Vergleich

Wie viele Schritte haben Sie heute zurückgelegt? Wie ruhig letzte Nacht geschlafen? Die Antworten finden Sie auf Ihrem Handy, falls Sie einen sogenannten Fitnesstracker tragen. Wie das funktioniert? Wir erklären es in einem kurzen Video.

Sie sind optisch unauffällig. Niemand käme auf die Idee, dass in ein Zentimeter breiten und hauchdünnen Armbändern so viel Technik steckt, dass sie zurückgelegte Schritte, genommene Treppenstufen und Schlafbewegungen aufzeichnen und dokumentieren.

Fitnesstracker ermitteln über die Armbewegungen die zurückgelegte Distanz – oder die Schlafqualität.
Fitnesstracker ermitteln über die Armbewegungen die zurückgelegte Distanz – oder die Schlafqualität.

Aber genau diese Aufgabe übernehmen sogenannte Fitnesstracker wie Fitbit Charge, Garmin Vivofit 2 oder Jawbone UP2. Ein Minisensor nimmt Armbewegungen des Trägers wahr und rechnet diese in Schritte um, woraus die Geräte weitere Messgrössen wie zurückgelegte Gesamtdistanz pro Tag oder verbrannte Kalorien ableiten. Das funktioniert auch nachts: Wer sich im Schlaf nicht bewegt, ist für die Armbänder im Tiefschlaf. Und je länger diese Phase dauert, desto besser ist die kalkulierte Schlafqualität. Alle Infos lassen sich entweder auf dem Display des Armbands oder am Smartphonemonitor abrufen.

Ungenaue Messmethode

So weit, so gut. Die Messmethode hat allerdings ihre Tücken. Die bis zu 150 Franken teuren Geräte können beispielsweise nicht zwischen Zähneputzen, Sich-am-Kopf-Kratzen und einem Spaziergang unterscheiden, weil bei all diesen Betätigungen die Arme bewegt werden. Oder sie verwechseln auch mal eine Velotour mit einem Mittagsschläfchen, weil die Hände dabei gleichermassen regungslos sind. Solche Ungenauigkeiten lassen sich zwar reduzieren, indem der Fitnesstracker am passiven Arm angezogen wird. Aber eine 100-prozentige Genauigkeit erreichen sie nie.

Wer genauere Informationen erwartet, muss mehr Geld in die Hand nehmen und einen Tracker mit GPS-Sensor kaufen. Für die meisten Nutzer reicht die Qualität von Fitbit Charge, Garmin Vivofit 2 oder Jawbone UP2 jedoch völlig aus. Gerade für Bewegungsmuffel kann es motivierend sein, die zurückgelegten Schritte jeden Tag schwarz auf weiss abzurufen und sich stets höhere Ziele zu setzen.

Damit die Aufzeichnung funktioniert, müssen Nutzer bei der Inbetriebnahme Geschlecht, Grösse, Gewicht und Schrittlänge angeben. Zudem verlangt jeder Anbieter eine kostenlose Registrierung. Und die Geräte müssen für die Datenauswertung mit dem Smartphone oder dem PC gekoppelt werden. Im Test mit den drei Fitnesstrackern (siehe unten) hat das innert weniger Minuten problemlos funktioniert. Da sich die getesteten Geräte funktionell praktisch nicht unterscheiden und der Datenabgleich in jedem Fall einwandfrei funktioniert hat, ist für den Kauf vor allem die Optik entscheidend.

Update (24. August 2015): Leserin Renate R. wies zurecht darauf hin, dass Smartphones zur Synchronisierung Bluetooth 4.0 voraussetzen, ansonsten klappt der Abgleich nicht. Auf den Computer lassen sich die gesammelten Daten über die mitgelieferten Kabel jedoch problemlos transferieren.

Garmin Vivofit 2

Plus: Bis 50 Meter wasserdicht, beleuchtetes Display, Akkudauer von einem Jahr.

Minus: Plastikarmband fördert schnelles Schwitzen.

Preis: 80 Franken

Fitbit Charge

Plus: Automatische Schlaferkennung, beleuchtetes Display, einfach zu bedienen, ­gelungene App.

Minus: Wirkt klobig.

Preis: 149 Franken

Jawbone UP2

Plus: Geringes Gewicht, angenehm zu tragen, gelungene App.

Minus: Kein Display, nicht wasserdicht, ­nervige Tipps vom «Smart Coach».

Preis: 129 Franken

Autor: Reto Vogt