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05. August 2013

Feiern ohne Ärger

Die lauen Nächte sind ideal für Sommerfeste. Wird die Party laut, steht plötzlich die Polizei vor der Tür. Doch es geht auch anders.

Tanzende Paare an einer Sommernachtsparty
Eine schöne Sommernachtsparty macht nicht allen Freude, Lärm und Grillrauch können Anwohner verärgern. Hält man sich aber an Regeln und redet rechtzeitig mit den Nachbarn, bleibt die Kirche im Dorf. (Bild: Getty Images)

So schön es ist, die lauen Sommerabende beim Grillieren, Schwatzen, Essen und Feiern auf dem Balkon oder im Gärtchen zu verbringen, so schnell stört man damit die Nachbarn. Ein bisschen Grillrauch, etwas Lärm nach zehn Uhr, und schon ruft ein erzürnter Nachbar die Polizei. Damit der Abend nachbarschaftsfreundlich und möglichst polizeifrei bleibt, gilt als goldene Grundregel: das Gespräch mit den Nachbarn suchen und sie vorgängig informieren. «Viele Mieter sind tolerant, wenn sie sich auf den Lärm einstellen können», sagt Rechtsanwalt Richard Püntener (67), Leiter der Rechtsberatung des Mietverbands Bern. Aber auch dann gelten Grenzen. «Im Mietrecht ist festgelegt, dass man sich rücksichtsvoll verhalten soll», sagt Richard Püntener. Oft gilt die offizielle Nachtruhezeit von 22 bis 7 Uhr. «Ab zehn sollte man leiser sein und am besten auch nicht mehr grillieren.»

Der Grillrauch allein kann massiv ärgern. «Im dümmsten Fall zieht er die Hauswand hoch und räuchert das Wohnzimmer des Nachbars ein.» Dagegen helfen simple Tricks: «Einem Mieter habe ich mal empfohlen, einen Ventilator neben den Grill zu stellen.» Der stinkende Rauch verzog sich, der Zwist löste sich in Luft auf. Es hilft auch, den Grill zu wechseln: ein Gasgrill verursacht weniger Emissionen als einer mit Holzkohle.

Auf ein gelungenes Gartenfest folgt die gute Nachbehandlung: Wurde es etwas laut, sollte man sich bei den Nachbarn erkenntlich zeigen, eine Flasche Wein oder einen Blumenstrauss vorbeibringen und sich für ihre Toleranz bedanken. «Die Nachbarn merken so: Die waren zwar etwas laut, aber es sind ganz nette Leute», erklärt Richard Püntener.

Was aber hilft bei notorischen Stänkerern, die sofort nach zehn Uhr die Polizei rufen, egal, wie laut es ist? «Auch da gilt: versuchen, das Gespräch zu finden.» Eine Zauberformel für ungetrübten Partyplausch kennt auch der Experte nicht.

Autor: Claudia Langenegger