Archiv
07. März 2016

Familie Gfeller steht auf Holz

Bodenbeläge sollen nicht nur pflegeleicht sein, sie dürfen ruhig auch ästhetischen Ansprüchen genügen. Familie Gfeller hat auf ihr Herz gehört und sich für einen hellen Lärchenholzboden entschieden.

Théa Gfeller und Vater Stefan
Weicher und wärmer als Stein: Théa Gfeller und Vater Stefan auf dem heimeligen Lärchenholzboden.

Am Waldrand im bernischen Hondrich steht seit 2013 ein Minergie-P-zertifiziertes Gebäude mit 190 Quadratmeter Nettowohnfläche. Es ist der Ersatzneubau für ein über 100-jährig es Bauernhaus mit Gym wänden.
Lange war dieses leer gestanden und zunehmend verlottert. Schliesslich kaufte es Stefan Gfeller aus der Erbengemeinschaft seiner Familie heraus. Er wollte das Gebäude renovieren, musste diesen Plan aber wegen der miserablen Bausubstanz aufgeben.

Bei der Gestaltung des Ersatzneubaus sprach das Amt für Gebäude und Raumordnung des Kantons Bern ein Wörtchen mit, denn wegen der Lage in der Landwirtschaftszone galten spezielle Richtlinien. So musste er etwa Ausrichtung, Erscheinungsbild und Fassadenmaterial des alten Hauses beibehalten.
Die strengen Vorgaben für das Äussere des Gebäudes beeinflussten auch sein Inneres. «Weil wir ein Holzhaus erstellen mussten, fanden wir einen Bodenbelag aus Holz am passendsten», sagt Stefan Gfeller.

Sieht schön aus, fühlt sich gut an
Das Paar schaute sich viele Parkettböden an und wählte schliesslich einen hellen, gebürsteten und geölten Lärchenboden.
«Die leichte Struktur, die der Belag beim Bürsten erhält, fühlt sich sehr angenehm an», sagt Stefan Gfeller.

Die Treppe ist aus demselben Holz wie der Boden
Die Treppe ist aus demselben Holz wie der Boden, bloss nicht gebürstet und stärker geölt.

Erst erwogen die Bauherren, das Parkett gleich im ganzen Haus einzusetzen, und fragten Leute, die dies getan hatten, nach ihren Erfahrungen. Obwohl sie viel Positives gehört hatten, entschieden sich die Gfellers doch dagegen: «Aus praktischen Gründen wählten wir für das Bad, die Küche und den Eingangsbereich Keramikplatten. Sie sind einfach wenig er heikel als Parkett», sagt Sybille Gfeller.
Die Wahl fiel auf schwarze, schieferähnliche Platten, weil diese gut mit der roten Küchenfront und deren dunkler Abdeckung harmonierten.

Bei der Frage, wie viel Platz die Platten im offenen Koch-, Ess- und Wohnbereich einnehmen dürfen, waren ebenfalls ästhetische Kriterien ausschlaggebend: «Der grosse offene Wohnraum ist Mittelpunkt unseres Familienlebens. Wir wollten ihn nur minimal unterteilen und entschieden uns für möglichst viel Parkett», sagt Stefan Gfeller. Deshalb ist nur der Boden um den Arbeitsbereich in der Küche mit Platten versehen.

Gleiches Holz, andere Optik
Für die Treppe ins Obergeschoss kam wiederum Lärchenholz zum Einsatz. «Wir entschieden uns für dasselbe Holz wie beim Parkettboden», erklärt Stefan Gfeller.
Da das Holz der Treppe nicht gebürstet und stärker geölt ist, unterscheidet es sich allerdings deutlich von diesem. «Ein Zimmermann meinte einmal, eine Treppe sei wie ein Möbelstück. Deshalb dürfe sie sich optisch abheben. Uns hat diese Sichtweise sehr gefallen», sagt Stefan Gfeller.

Dass sie im Wohnbereich vor allem aufs Äussere geschaut haben, habe sich bewährt, meint Stefan Gfeller rund zwei Jahre nach dem Einzug: «Unsere Räume sind sehr schlicht. Da kommt der Boden umso stärker zur Geltung. Deshalb war es richtig, schöne Böden auszuwählen – auch wenn es beim Essen vorkommen kann, dass wir wie auf Nadeln sitzen. Ästhetik hat halt ihren Preis.»

Selbst der Nachwuchs scheint von den weichen Holzböden begeistert: «Unsere 18 Monate alte Tochter Théa rutscht die Treppen immer auf dem Bauch hinunter», sagt Sybille Gfeller. Zufrieden ist sie auch mit den pflegeleichteren Keramikplatten. Dank derer dürfe es beim Baden der Tochter auch etwas wilder zugehen, und kleine Malheurs in der Küche seien kein Problem.

Für die Bauherren ist es keine Frage: Müssten sie heute nochmals Bodenbeläge auswählen, würden sie wieder gleich entscheiden.

BODENBELÄGE IM VERGLEICH
Material, Eigenschaften, Einsatzbereich und Preisinfos zu Teppich, Kunststoff, Parkett/Laminat, Linoleum, Naturstein/Keramik (PDF zum Herunterladen)

Autor: Karin Meier

Fotograf: Markus Bertschi