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25. Februar 2015

Familie Bohnebluescht rezensiert

Eine Nebenwirkung meines Jobs ist, dass auf meinem Schreibtisch immer mal wieder neue Gartenbücher landen - mit der Aufforderung, doch etwas darüber zu schreiben. Diesmal habe ich familientinterne Unterstützung bekommen.

Zwei Männer am Lesen
Meine zwei Männer am Rezensieren: Die Lektüre scheint zu gefallen.
Lesezeit 2 Minuten

Der Grund für den verdankenswerten Einsaz von Sohne- und Herzensmann ist, dass sich eines der beiden Bücher explizit an Familien richtet:

"Der Wurm, mein bester Freund"

"Der Wurm, mein bester Freund" heisst das Kompostbuch für Familien, das aus der Feder von Ben Raskin stammt.
Wusstet Ihr, dass es Oberflächenwürmer, Oberbodenwürmer und Unterbodenwürmer gibt? Ich auch nicht, aber mein Sohnemann (8). Und der weiss es, seitdem er sich einen Nachmittag lang durch besagtes Wurmbuch gelesen hat. Sohnemann weiss jetzt auch, dass "Würmer uns fressen, aber erst wenn wir tot sind". Und was man machen kann, damit der Kompost schneller verrottet (draufbrünzeln!). Und weil er das nun alles weiss, ist er jetzt stolzer Besitzer eines "Wurmfreunde-Mitgliedsausweis". Ich denke, sein Stolz spricht für sich respektive für das Wurmbuch!
"Der Wurm, mein bester Freund" von Ben Raskin, Verlag Haupt, gibts bei Ex libris

"Lob des Unkrauts. Wilde Pflanzen in Garten und Stadt - nützlich und schön."

"Lob des Unkrauts. Wilde Pflanzen in Garten und Stadt - nützlich und schön", Buch Nummer zwei, singt ein Loblied aufs Unkraut.
"Mama, Winde ist doch auch ein Unkraut?", will Sohnemann wissen, bevor er sich ans Rezensieren macht. Ob ich beim Windebekämpfen künftig weniger laut fluchen sollte? Item: Beim Gemeinsam-durchs-Buch-Blättern stossen wir tatsächlich auf die Echte Zaunwinde. Dort heisst es: "Unvoreingenommen betrachtet ist die Zaunwinde eine hübsche Kletterpflanze". Das mag wohl sein, nur bin ich bei dem Thema alles andere als unvoreingenommen - dafür musste ich schon zu oft gegen den grossen Würger kämpfen. Selbst die Tatsache, dass die Winde "eine wichtige Nektar- und Pollenpflanze ist, an der sich Schwebfliegen, echte Fliegen, Hummeln, Honig- und Wildbienen bedienen", ändert nichts an meiner Einstellung.
Das heisst aber nicht, dass ich das Nachschlagewerk von Brunhilde Bross-Burkhardt per se nicht lobenwert fände. Im Gegenteil: Dank ihm respektive ihr weiss ich jetzt endlich, dass der komische Klee, der mir im Gemüsebeet jeweils das Leben sauer macht, der Hornfrüchtige Sauerklee ist, den man sogar essen kann. Und mein Herzensmann weiss nun, warum die Vitamin-C-reichen Blätter des Scharbockskraut, das rund um unseren Teich wächst, nur bis zum ersten Erblühen gegessen werden dürfen: Später ist der Gehalt an giftigem Protoanemonin nämlich so hoch, dass sich ein Verzehr nicht mehr empfiehlt.
"Lob des Unkrauts. Wilde Pflanzen in Garten und Stadt - nützlich und schön" von Brunhilde Bross-Burkhardt, Verlag Haupt, gibts ebenfalls bei Ex Libris

Noch mehr Lektüre für Selbstbuddler, empfohlen von Frau Bohnebluescht, gibts hier.