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31. März 2014

Es hat sich ausgedreht

Altes Telefon mit Drehscheibe.
Das Telefon mit Drehscheibe wird langsam aussterben.

Es stand bei Grossmuttern auf dem Nachttisch. Gross und grau. Fix installiert und verkabelt. Jede Möglichkeit raubend, damit kurz in der Waschküche zu verschwinden. Wer es nutzen wollte, musste den Finger in eins der zehn Löcher stecken und die Wählscheibe im Uhrzeigersinn drehen. Nach weiteren sechs Umgängen baute das Gerät eine Verbindung auf, und man konnte mit dem Riesending tatsächlich telefonieren. In den meisten Fällen sogar mit dem gewünschten Gesprächspartner – wenn man zuvor allerdings eine falsche Ziffer erwischte, hiess es «falsch verbunden».

Tatsächlich und wahrhaftig funktioniert das zuvor beschriebene Relikt namens Wählscheibentelefon noch heute. Erst Ende 2017 ist damit endgültig Schluss, wie Swisscom kürzlich ankündigte. Zu dem Zeitpunkt will der Konzern die analoge Telefonie abschalten, und jeden Schweizer Haushalt in die digitale Welt portieren.
Ein verständlicher Schritt. Obwohl mit zwei Millionen Menschen noch eine gewaltige Anzahl Swisscom-Kunden analog telefoniert, ist dieses Zeitalter eigentlich schon längst vorbei. Trotzdem ist das nicht der einzige Grund für diesen Schritt: Wer weiterhin über das Swisscom-Netz telefonieren will, muss bei der Firma ab 2018 einen Internetanschluss kaufen, ansonsten heisst es bald «düdüüdüüü ... diese Nummer ist nicht erreichbar».

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Autor: Reto Vogt