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31. Dezember 2012

Es gsunds Neus!

Der Übergang ins neue Jahr bietet sich an, um sein Leben zum Besseren zu verändern. Warum nicht in Zukunft seiner Gesundheit mit regelmässigen Check-ups ein bisschen mehr Sorge tragen?

Medizinischer Check bei Männern
Männer haben Aufholbedarf: Sie dürften 
sich ruhig etwas regelmässiger durchchecken lassen. (Bild: Getty Images)

Meistens haben ja die guten Vorsätze zu Jahresbeginn etwas mit der Gesundheit zu tun: Man will mit dem Rauchen aufhören, gesünder essen, weniger Alkohol trinken und viel, viel mehr Sport treiben. Leider setzt man diese Vorsätze nicht immer um. Es gäbe jedoch noch einen anderen, vielleicht etwas weniger steinigen Weg, dem Körper mehr Beachtung zu schenken: Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen können helfen, die Gesundheit zu erhalten oder rasch wiederherzustellen. Beim Thema Vorsorge denken die meisten Menschen sofort an Krebs. Und tatsächlich sind Untersuchungen, mit denen man Krebs in einem frühen Stadium erkennen kann, wichtig. Aber Gesundheitsvorsorge beschränkt sich nicht darauf. Auch das Herz, das Blut, den Kreislauf oder etwa die Augen sollte man regelmässig kontrollieren lassen. Unser kleines Brevier gibt einen Überblick über die wichtigsten Massnahmen.

Und wer zusätzlich noch den einen oder anderen Vorsatz umsetzt, wird 2013 vor Gesundheit nur so strotzen.

Darm

Ab 50 Jahren sollte man auch seinem Darm Beachtung schenken. Schnelltests, die man beim Hausarzt erhält, zeigen verborgenes Blut im Stuhl an, was auf einen Tumor hindeuten kann. Diesen Test sollte man einmal jährlich durchführen. Wesentlich unangenehmer, dafür effektiver, ist eine Spiegelung des Dickdarms, die Koloskopie, die im Zehn-Jahres-Abstand empfohlen wird. Ein Aufwand, der sich lohnt, denn wird Darmkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut.

Haut

Auf Hautkrebs untersuchen lassen sich die meisten erst, wenn sie Auffälligkeiten wie nicht heilende Ekzeme, sich verändernde Muttermale oder mehr als 50 Leberflecke beobachten. In einem solchen Fall überweist einen der Hausarzt umgehend an einen Facharzt für Hautkrankheiten. Wer sichergehen will, sollte ab 35 regelmässig zur Kontrolle.

Impfungen

Alle zehn Jahre Impfungen gegen Diphtherie und Tetanus auffrischen. Für Waldgänger: Impfung gegen FSME (Hirnhautentzündung durch Zecken).

Augen

Ab 40 Jahren ist es wichtig, Sehstärke und Augeninnendruck im Abstand von zwei Jahren messen zu lassen. Ist der Innendruck zu hoch, wird nämlich der Sehnerv langfristig geschädigt, es kommt zum grünen Star (Glaukom) und im schlimmsten Fall zur Erblindung. Ein früh erkanntes Glaukom kann gut behandelt werden, sodass die Sehkraft auch mit zunehmendem Alter erhalten bleibt.

Herz und Kreislauf

Eine regelmässige Kontrolle des Blutdrucks, die Überprüfung bestimmter Blutwerte und des Urins sind Untersuchungen, die der Hausarzt durchführt und die Aufschluss über den Gesamtzustand eines Menschen geben. Das sollte man einmal jährlich machen lassen und damit ab dem 35. Altersjahr beginnen.

Das EKG, das bei einem solchen Check-up ebenfalls gemacht wird, gibt Aufschluss über die Herztätigkeit. Bei der Blutanalyse werden der Blutzuckerwert und die Blutfettwerte, die Cholesterine, überprüft. Die Urinprobe liefert Hinweise auf Diabetes, eventuelle Nierenerkrankungen, bakterielle Infektionen oder Mangelernährung.

Ein wesentlicher Bestandteil einer solchen Untersuchung ist immer die Erhebung der Vorgeschichte, die Anamnese. Der Hausarzt ermittelt nicht nur Laborwerte, sondern befragt seine Patienten auch nach ihren Lebensgewohnheiten, veränderten Lebensumständen und Erkrankungen in der Familie.

Wenn es unerklärliche Symptome oder Hinweise aus der Vorgeschichte gibt, wird der Arzt die Untersuchung erweitern und ein grosses Blutbild machen lassen. Dafür werden zusätzlich Leber-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- und Schilddrüsenwerte untersucht. Bei Verdacht auf Krebs werden Tumormarker gesucht. Selbstverständlich kann jeder Patient auf eigenen Wunsch ein grosses Blutbild machen lassen, wenn er die Kosten dafür übernimmt. Neben dieser Kontrolle beim Hausarzt gibt es weitere Vorsorgeuntersuchungen bei Fachärzten.

Autor: Sabine Müller