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20. Juni 2016

Erst denken, dann tschutten

Der Fussball lockt so manchen Hobbysportler auf den Rasen. Natürlich steht der Spass am Spiel im Vordergrund, doch es droht auch Verletzungsgefahr. Sich richtig vorbereiten lautet die Devise.

Fussballverletzung
Die geschwollene Stelle zu kühlen, ist für die Behandlung einer Fussballverletzung ein guter Anfang. (Bild: Getty Images)

Gemäss der Suva-Statistik von 2014 verletzen sich jährlich 45 000 Personen beim Fussballspielen. Unfälle verursachen nicht nur Schmerzen, sondern zwingen oft auch zur Untätigkeit und gehen ins Geld. Die verletzten Fussballer bleiben zusammen 500 000 Tage der ­Arbeit fern und kosten die Versicherungen 160 Millionen Franken.

Auch wenn Meniskus- und Kreuzbandverletzungen in der Öffent­ichkeit immer wieder thematisiert werden, sind diese seltener, als man meint. Am häufigsten von Verletzungen betroffen sind die Sehnen und Bänder (40%), die Muskeln (33%), der Schädel (8%), die Knochen (7,5%), die Haut (6%) und nur zu 5,5% die Gelenke (Meniskus, Knorpel, Kreuzbänder) und das Rückenmark.

Die Ursache der Verletzungen liegt zumeist in der mangelnden Vorbereitung (Aufwärmen, Ausrüstung), der ungenügenden Kondition oder dem Überschätzen der eigenen Fähigkeiten (ungenügende Technik, fehlende Ausheilung alter Verletzungen). Auch führen Übermüdung (fehlende Erholung) sowie Über- und Fehlbelastungen zu Unfällen – viel mehr als Regelverstösse und Umwelteinflüsse. Wichtig, aber schwierig festzumachen, ist der Einfluss der Psyche auf den Körper.

Sofortmassnahmen ergreifen

Die PECH-Regel kommt bei der Behandlung einer Verletzung nach wie vor als Erstes zum Zuge. Diese Regel steht für Pause, Eis, Compressionsverband und Hochlagern. Primär dürfen keine Wärmeanwendung oder lokale Massagen erfolgen. In einem zweiten Schritt sollte bei fehlender Ausheilung medizinisches Personal oder ein Arzt kontaktiert werden.

Die meisten Verletzungen können klinisch, das heisst ohne Bildgebung, diagnostiziert werden. Ergänzend können der Ultraschall vor allem für Muskelverletzungen, das MRI für Bänder und Sehnenverletzungen und Röntgenbilder bei Knochen- und Gelenksverletzungen hilfreich sein.

Wichtig ist, den Schweregrad der Verletzung richtig einzuschätzen. Neben den offenen Verletzungen gibt es weitere Anzeichen, die auf eine schwerere Verletzung hindeuten: die Unmöglichkeit zu belasten, Einschränkungen der Gelenksbeweglichkeit oder sogar -blockaden und starke Schwellungen vor allem im Gelenksbereich. Der Schmerz spielt primär nur eine untergeordnete Rolle. Falls man eine Verletzung falsch einschätzt oder falsch behandelt, kann dies zu einem längeren Sportausfall oder gar zu Sportunfähigkeit führen.

Autor: Koni Birrer