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25. August 2014

Endzeitstimmung im Gartenbeet

Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Bloggerin schiebt die Krise: Ab jetzt gehts im Garten nur noch bergab.

Sonnenblumen in Scharzweiss
Sonnige Stimmung im Bohnebluescht-Garten? Das war gestern!

Immer nach den Sommerferien kriege ich die Krise. Nicht etwa, weil ich aus dem Gartenbeet in den Stollen respektive auf die Redaktion zurück muss (muss ich zwar, ist aber höchstens ein Grund für ein bisschen Gebrummel), sondern weil sich die Zeichen mehren, dass die Gartensaison ihren Zenith überschritten hat und es von nun an nur noch «nidsi» geht.

Okay, das ist vielleicht etwas gar schwarzgemalt. Es ist aber tatsächlich so, dass ab jetzt nix mehr einfach so und von null auf hundert aus dem Boden schiesst, grünt, blüht, gedeiht, wuchert und verschlingt. Im Gegenteil: Ab jetzt wird eigentlich nur noch abgeräumt und weggeräumt, ausgebuddelt und kompostiert.

Die Sonnenblumen beispielsweise, gerade erst noch als Sömli in die Erde gesteckt, haben bereits ihre Maximalhöhe erreicht und machen selber auf Sömli. Die Erdöpfel, gerade erst noch schön brav nach Lehrbuch angehäufelt, sind ausgebuddelt und eingekellert. Die Erbsli, gerade erst noch gegen die frechen Spatzen verteidigt, sind ausgekernt und tiefgefroren. Einzig die Zucchetti, die wachsen hemmungslos sowohl im Überfluss als auch im Übermass, was mich aber auch nicht wirklich aus meinem Loch zu reissen mag. Oder kennt Ihr (noch) jemanden, der sich (noch) über (noch) einen Zucchetti freut? Ich nicht!

Aber auch sonst stehen alle Zeichen auf Herbst: Möchte ich beispielsweise schnell in den Hühnerhof, muss ich mir auf dem Weg dahin jeweils mindestens drei Spinnennetze aus Gesicht und Haaren streichen. Und will ich rasch zum Kompost, geht das nicht mehr baren Fusses (okay, war in den letzten Wochen auch schon schwierig), zu klamm und zu feucht und zu schleimig ist all das, was sich dort tummelt. Apropos schleimig: Ich hab das Gefühl, dass selbst die Schnecken nur noch mit dem halben Tempo den Schneckenzaun rauf und runter turnen (wer immer den Schneckenzaun erfunden hat, netter Versuch ...) – anscheinend hadern auch sie mit dem Lauf der Zeit.

Und ich? Mir machen momentan selbst meine heissgeliebten Besuche im Gartencenter keinen Spass mehr: Herbstanemonen? Astern? Dahlien? Erika? Sorry, aber ich bin einfach noch nicht so weit! Am meisten zieht es mich aber runter, wenn ich noch vor dem ersten Kafi einen weiteren Pflanzenkatalog aus dem Briefkasten ziehe. «Jetzt den Frühling 2015 planen und Tulpenzwiebeln bestellen», heisst es da. Frühling 2015??? Ich will den Sommer 2014!!!

PS 1: Tulpenzwiebeln werde ich in den nächsten paar Wochen definitiv noch keine kaufen, da können die Pflanzenkataloge in meinem Briefkasten noch so drängeln. Das Risiko, dass ich es schliesslich ganz vergesse, nehme ich gerne in Kauf – es wäre nicht das erste Mal.

PS 2: Meine Lieblingsjahreszeit ist übrigens nichtsdestotrotz der Herbst. Aber nicht vor November!

Spürt Ihr ähnlich wie Frau Bohnebluescht die Endzeit nahen? Oder macht Ihr noch immer tapfer und unermüdlich auf Sommer? Outet Euch über einen Kommentar, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos (Infos zu beidem siehe oben rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger