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02. Dezember 2013

Eltern in der Pflicht

Junge Menschen sind heute viel weniger fit als noch vor 35 Jahren. Es ist Aufgabe der Eltern, dies zu ändern.

Kinder sind voller Bewegungsdrang: Eltern müssen ermöglichen, dass sie diesen auch ausleben können
Kinder sind voller Bewegungsdrang: Eltern müssen ermöglichen, dass sie diesen auch ausleben können (Bild: Getty Images).

Um eine Strecke von einer Meile (1,6 Kilometer) zu laufen, brauchen Kinder heute im Schnitt 90 Sekunden länger als ihre Altersgenossen vor gut 35 Jahren. Dies teilte die American Heart Foundation mit, die seit 1975 alle zehn Jahre die Fitness junger Menschen untersucht. Am Forschungsprojekt nehmen 25 Millionen 9- bis 17-Jährige in 28 Ländern teil. In jeder Dekade seit 1975 habe die Fitness des Herz-Kreislauf-Systems in dieser Altersgruppe um rund fünf Prozent abgenommen, so die Wissenschafter.

Wie lässt sich dieser fatalen Entwicklung entgegenwirken? «Es braucht nicht zusätzliche Stunden im Fitnesscenter. Was Kinder und Jugendliche benötigen, ist mehr Bewegung im Alltag», sagt Thomas Mattig (42), Direktor der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz . «Die Lust an der Bewegung steckt in den Kindern drin, Eltern und die Schule müssen dafür sorgen, dass sie dieses Bedürfnis ausleben können.» Das Hauptproblem sieht Thomas Mattig in der ständig knapper werdenden Zeit sowohl der berufstätigen Eltern als auch der Kinder, deren Alltag oft überfrachtet ist. Die Zeitknappheit führe dazu, dass viele Familien auch für kurze Strecken mit dem Auto und nur noch selten zu Fuss unterwegs sind. «Man darf den Schwarzen Peter nicht einfach der Gesellschaft zuschieben, man muss es selber in die Hand nehmen», sagt Thomas Mattig. Sein Rezept: sich die Zeit nehmen. Zum Beispiel, indem Eltern die Arbeitszeit reduzieren, und so Raum schaffen, wo wieder mehr Bewegung Platz hat.

Wesentlicher Grund für das Manko an Bewegung ist auch, dass wir uns immer noch mehr in der digitalen Welt und weniger körperlich bewegen. Eine Entwicklung ohne absehbares Ende? Thomas Mattig ist optimistisch: «Die digitale Wirklichkeit kann viele menschliche Bedürfnisse nicht befriedigen, da wird es früher oder später eine Korrektur geben.»

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