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24. Februar 2014

Elektronische Zigarette: Kampf dem Dampf?

Die elektronische Zigarette soll Rauchern beim Aufhören helfen. Doch auch Kinder und Jugendliche fahren auf sie ab.

Mann produziert Dampf mit seiner E-Zigarette (zu sehen sind nur der Mund, die Hand und die Zigarette)
Je mehr Dampf, desto cooler. Auf Pausenplätzen werden immer wieder Schüler mit E-Zigis erwischt. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Sie sehen aus wie Zigaretten, sind aber keine. Die elektronischen Varianten des Glimmstängels verbrennen nicht Tabak, sie lassen Flüssigkeit verdampfen. Auch bei Kindern und Jugendlichen sind sie angesagt: Sie verheissen Coolness und Erwachsensein. Besonders beliebt sind E-Zigis, die viel Dampf produzieren – und den Tabakzigaretten ähneln. Kaufen kann sie jedes Kind, bloss Nikotinzusätze sind verboten. Gefährlich sind sie trotzdem: «Wir empfehlen den Schulen, die E-Zigaretten oder E-Shishas gleich zu handhaben wie Zigaretten», sagt Thomas Beutler (35) von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention. E-Zigis können leicht mit Nikotinampullen bestückt werden – die sind im Ausland nämlich erhältlich. «Mit dem Inhalieren von Nikotin entsteht sofort Abhängigkeit.»

Beim Dampfen wird zudem das Rauchen eingeübt: «Man gewöhnt sich daran, eine Zigarette zu halten, Dampf auszublasen und steigt vielleicht später auf Tabak um», sagt Beutler. Die Tabakprävention kämpft seit Jahren dafür, dass Raucherhandlungen aus dem Alltag verschwinden. Im ÖV ist das Dampfen untersagt. Sollten die E-Zigaretten auch auf Schulhöfen verboten werden, oder macht sie das erst recht interessant? «Sie sind schon jetzt sehr attraktiv. Mit einem Verbot setzen wir ein Zeichen gegen die Sucht.» Auch beim Verkauf braucht es eine Altersbeschränkung. «Sie sollten erst ab 18 erhältlich sein. Die Hersteller werben ja damit, dass E-Zigaretten für Erwachsene sind, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen.»

Derzeit arbeitet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein neues Tabakproduktegesetz aus, das auch den Umgang mit E-Zigaretten regelt und ein Mindestalter für den Tabakverkauf einführen soll. Details gibt das BAG erst im Frühsommer heraus.

Autor: Claudia Langenegger