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01. September 2014

#Eiswürfel

Reto Vogt schreibt wöchentlich über die digitale Welt. Diesmal über die so genannten Challenges auf Facebook. Wurden Sie auch schon nominiert?

Helene Fischer bei der Ice Bucket Challenge
Leiden für einen guten Zweck: Auch Schlagersängerin Helene Fischer stellte sich der Ice Bucket Challenge. (Bild: Screenshot Youtube)

Bier auf Ex trinken. Bei Minusgraden in einen kalten See springen. Oder ganz neu: sich einen Kübel eiskaltes Wasser über die Rübe schütten. Auf Facebook passiert dieses Jahr ganz Sonderbares: Menschen tun unangenehme Dinge völlig freiwillig. Sie filmen sich dabei und stellen das Video anschliessend ins Internet. Warum eigentlich?

Vordergründig geht es darum, auf weitgehend unbekannte Krankheiten aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Das gelingt: Jeder, der mitmacht, fordert drei weitere Personen auf, dasselbe zu tun. So verbreitet sich das Spiel rasend schnell, und es ist eigentlich unmöglich, die aktuelle #IceBucketChallenge auf Facebook zu übersehen.

Da sich in diesem Fall zahlreiche Prominente wie Bill Gates, George W. Bush, Justin Bieber oder Manuel Neuer beteiligen, erhält sie besonderes Gewicht. Für die Nervenkrankheit ALS wurden seit der Veröffentlichung des ersten Videos über 15 Millionen Dollar gespendet.

Alles im Lot also? Jein. Es spricht überhaupt nichts dagegen, wenn Politiker, Sportler, Musiker oder Wirtschaftsführer einer Spendenaktion ihr Gesicht leihen. Das wirkt! Für alle anderen ist das Mitmachen bei Facebook-Herausforderungen nicht nur peinlich, sondern je nachdem auch gefährlich. Bei vergangenen Aktionen ist es insbesondere bei jugendlichen Teilnehmern zu teils schweren Unfällen gekommen. Besser stillschweigend spenden, als sich öffentlich zum Affen zu machen.

Diskutieren Sie in den Kommentaren mit: Wurden Sie auch schon nominiert?

Autor: Reto Vogt