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13. Januar 2014

Einwanderung: Das europäische Gesicht der Schweiz

Am 9. Februar stimmt das Volk über die SVP-Initative «Gegen Masseneinwanderung» ab. Doch Zuwanderung ist mehr als ein statistischer Jahreswert. Dahinter verbergen sich Menschen, die aus bestimmten Gründen ihr Glück in der Schweiz suchen.

Am 9. Februar stimmt das Volk über die SVP-Initiative «Gegen Masseneinwanderung» ab. Die Partei verlangt anstelle der Personenfreizügigkeit die Wiedereinführung von Kontingenten auch für die Bürger der Europäischen Union. 2013 sind bis Ende November 78'500 Ausländer mehr eingewandert als ausgewandert – eine deutliche Zunahme gegenüber den 53'000 Einwanderern 2012.

Generell ist die Zuwanderung seit dem Jahr 2000 stark gewachsen – gekoppelt an den Wirtschaftsboom, den die Schweiz seither erlebt, und vereinfacht durch die Personenfreizügigkeit mit der EU. Bisherige Umfragen deuten darauf hin, dass eine Mehrheit die Initiative ablehnen wird. Vielleicht auch, weil bei einer Annahme die Zukunft des bilateralen Wegs mit der EU als Ganzes infrage gestellt wäre.

Aber Zuwanderung ist mehr als ein statistischer Jahreswert. Hinter den Zahlen verbergen sich Menschen. Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen entschieden haben, ihr Glück in der Schweiz zu versuchen – wegen der Liebe, des Jobs, der wirtschaftlichen Krise im Heimatland oder aus simpler Abenteuerlust. Wir haben ein Dutzend dieser EU-Bürger getroffen und sie gefragt, was sie in die Schweiz geführt hat.

Porträtbild Jose Dago aus Spanien
Aus einem geplanten Kurzbesuch wurde ein längerer Aufenthalt: Jose Dago aus Spanien.

Jose Dago aus Spanien

Eigentlich ist der Wirtschaftsstudent Jose Dago (24) im Juli 2013 nur nach Zürich ­gekommen, um seinen Vater und seine Schwester zu besuchen, die schon länger hier leben. Seinen einmonatigen Aufenthalt kombinierte er mit einem Deutschkurs, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. «Aber die Situation in Spanien ist für Studenten wie mich im Moment schwierig: Es hat zu wenig und zu wenig interessante Jobs.» Also dachte Dago, es könnte einen Versuch wert sein, sich hier mal umzusehen. Es brauchte nur gerade zwei Bewerbungen, und schon hatte er ein halbjähriges Praktikum als Einkäufer beim Kosmetikhersteller La Prairie. Inzwischen ist sein Job bis im Sommer verlängert worden, danach ist alles offen. «Falls ich länger bleiben kann, ist das schön, ansonsten ziehe ich weiter.» Zwar gefällt es ihm gut in der Schweiz, auch wenn er die Menschen verglichen mit Spanien etwas verschlossen findet. «Aber ich wollte schon immer die Welt sehen.» Sein nächstes Traumziel ist Berlin. «Eine sehr coole Stadt mit vielen jungen Start­up-Unternehmen. Dort würde ich gerne für einige Zeit leben.» Und danach geht es vielleicht weiter nach Australien. Nach Spanien zurück will er vorerst jedenfalls nicht.

Porträtbild Julia Eicher aus Deutschland
Julia Eicher hat einen Schweizer geheiratet.

Julia Eicher aus Deutschland

Hätte Julia Eicher (36) 2011 auf dem Oktoberfest nicht ihren Mann Roland kennengelernt, würde sie wohl immer noch in Bayern leben. Da eine Wochenendbeziehung für das Paar nicht infrage kam und er als selbständiger Unternehmer ortsgebunden war, beschloss sie, den entscheidenden Schritt zu wagen. Vor bald zwei Jahren zog die Münchnerin zu ihm nach Horw LU.

«Ich wurde von seinen Leuten herzlich aufgenommen und konnte in seiner Druckerei mitarbeiten», erzählt Julia Eicher. Sie habe jedoch schnell bemerkt, dass einige Einheimische nicht gut auf Ausländer zu sprechen sind. «Anfangs war das sehr irritierend, denn ich war ja nicht des grossen Geldes wegen gekommen.» Mittlerweile hat sie sich arrangiert und schätzt die politische Kultur in der Schweiz. «Mir gefällt die direkte Demokratie.»

Den SVP-Initiativtext «Gegen Masseneinwanderung» hat sie gelesen und kann die Argumente in manchen Punkten nachvollziehen, fragt sich aber, ob man wirklich alle Einwanderer in einen Topf werfen darf.

Obwohl Julia Eicher ein politischer Mensch ist, sind ihr im Moment andere Dinge wichtiger. Im Herbst kam ihre Tochter Marie zur Welt. Die Kleine ist ein echtes Schweizer Madl – oder ein bayrisches Meitli – ganz, wie man es nimmt.

Porträtbild Paraskevi Somarakaki
Paraskevi Somarakaki's Mann Alexandros ist Biostatistiker und hat in Bern eine Stelle gefunden, die perfekt zu seinem Profil passt.

Paraskevi Somarakaki aus Griechenland

Paraskevi Somarakaki (31) und ihr Mann Alexandros Xyrafas (35) wanderten vor einem Jahr gemeinsam mit ihrem Kleinkind ein, ein weiteres Kind kam in der Schweiz zur Welt. Der Biostatistiker Xyrafas hat seine Festanstellung in Griechenland zugunsten eines Jobs in Bern gekündigt: «Ich habe mich immer wieder mal im Internet nach etwas Neuem umgesehen.» Die Spezialisten-Stelle bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung passte perfekt zu seinem Profil. Seine Frau ist Politikwissenschaftlerin und Griechischlehrerin. Sie sucht noch nach Arbeit: «Zuhause fällt mir die Decke auf den Kopf. Nur Hausfrau zu sein, kann ich mir nicht vorstellen.» Im Gegensatz zu ihrem Mann, der in seinem Arbeitsumfeld mit Englisch gut durchkommt, spricht Paraskevi Somarakaki bereits etwas Deutsch. Sie ist auch bereit, eine Arbeit anzunehmen, die nicht ihrer Ausbildung entspricht: «Nur wenn ich aus dem Haus komme, wird mein Deutsch besser – und das brauche ich, damit ich dereinst eine Stelle auf meinem Beruf finden kann.» Das Ehepaar fühlt sich wohl in Bern, hat aber auch festgestellt, dass die Schweizer etwas reserviert sind.

Porträtbild Alan Meller aus Polen
Software-Ingenieur Alan Meller arbeitet seit April 2013 bei einer Hightech-Firma in Zürich.

Alan Meller aus Polen

Der Software-Ingenieur Alan Meller (26) arbeitet seit April 2013 bei einer Hightech-Firma in Zürich. Er stammt aus Olsztyn im Nordosten von Polen. Bereits in seiner Heimat war er für dasselbe US-Unternehmen tätig. Als ihm seine Vorgesetzten im vergangenen Jahr einen Job in der Schweiz anboten, zögerte er nicht lange: «Die Schweiz hat einen guten Ruf. Hier zu arbeiten, ist spannend und gut für meine Karriere.»

Der Computer-Spezialist fühlt sich sehr wohl: «Die Schweizer sind fleissig und ehrlich. Auf dem Amt hat man mich nicht warten lassen. Und wenn die Post ein Päckchen ins Treppenhaus legt, wird es nicht geklaut.» Toll findet der ehemalige Wettkampfschwimmer auch das Sportangebot in der Schweiz. Integriert fühlt er sich noch nicht wirklich: «Das braucht Zeit, und mein Deutsch muss noch besser werden.» Zwar hat er schon in Polen drei Jahre Deutschunterricht besucht, aber in seinem Arbeitsumfeld wird vorwiegend Englisch gesprochen. Alan Meller hat erst durch das Migros-Magazin von der SVP-Initiative erfahren. Grosse Gedanken macht er sich deswegen aber nicht. Er hat vor zu bleiben, solange ihm seine Arbeit Spass macht und es ihm in der Schweiz gefällt.

Porträtbild Sara Zalar aus Slowenien
Sara Zalar lernte ihren Mann Andrej in ihrer Heimat Slowenien kennen und folgte ihm vor anderthalb Jahren nach Spiegel bei Bern.

Sara Zalar aus Slowenien

Die Liebe brachte sie in die Schweiz. Sara Zalar (26) lernte ihren Mann Andrej (36) in ihrer Heimat Slowenien kennen und folgte ihm vor anderthalb Jahren nach Spiegel bei Bern. Letzten Februar heirateten die beiden zuerst standesamtlich in Bern, vier Monate später in einer Kirche in Slowenien. «Es ist wunderbar hier», schwärmt Sara. «Ich wurde herzlich empfangen und wegen meines ausländischen Akzents nie schräg angeschaut.» Es sei niemand böse gewesen, wenn sie etwas mehr Zeit brauchte, um Sätze auf Deutsch zu formulieren. Das sei sie aus Slowenien anders gewöhnt. «Dort sind die Menschen nicht so nett und verständnisvoll wie in der Schweiz.»

Sara Zalar hilft im Restaurant Tapis Rouge im Gurtenpark aus. Ihr gefällt der Kontakt mit Kunden und Mitarbeitern. In den Gesprächen ist auch die Masseneinwanderungsinitiative ein Thema. «Es gibt so viele Ausländer hier, da kann ich gut nachvollziehen, dass manche um ihre Identität fürchten», sagt die Slowenin. Ob sie sich deswegen sorgt? «Jein.» Wer schon hier sei, habe sicher Vorteile. Es solle ja nur die Zuwanderung eingeschränkt werden. «Und das finde ich eigentlich ganz gut.»

David Colhoun aus Wales

Er ist ein Weltenbummler. Der studierte Software-Ingenieur David Colhoun (34) arbeitete schon in seinem Heimatland Wales, im nahen Southampton (England), am Londoner Flughafen Heathrow und in Australien. In die Schweiz zog es ihn wegen seiner Freundin Pascale Stadlin (28) aus Zug, die Down Under ein Praktikum absolvierte. Colhoun ist nun seit einem Jahr in der Schweiz und arbeitet für die Langenthaler Firma Güdel. «Anfangs fiel mir die Integration schwer.» Ausser seiner Freundin kannte er niemanden. Zwar fühlte sich der Brite willkommen, aber «die Zurückhaltung und Distanziertheit der Schweizer waren für mich schon sehr ungewohnt». Erst ein Gespräch mit einem Engländer, der schon länger hier lebt, half ihm, mit der Mentalität der Eidgenossen zurechtzukommen.

Nach einem Intensivkurs Hochdeutsch trat Colhoun dem Berner Rugby-Team bei, wo er Freunde fand. «Nach einem Jahr bin ich endlich angekommen und fühle mich sehr glücklich.» In Gesprächen mit seiner Freundin und ihren Eltern erfuhr er von der Abstimmung im Februar und setzte sich damit intensiv auseinander. «Ich bin besorgt. Aber Einfluss auf das Ergebnis nehmen kann ich leider nicht.»

Porträtbild Maria Hafstad aus Schweden
Wagten in der Schweiz einen Neuanfang: Maria Hafstad und ihr Mann Pär.

Maria Hafstad aus Schweden

Maria Hafstad (54) hat 25 Jahre lang als Hausärztin in Helsingborg gearbeitet, ihr Mann Pär (54) führte seine eigene Physiotherapie-Praxis. «Als unsere Kinder aus dem Haus gingen, fanden wir, dass es auch bei uns Zeit wäre für etwas Neues im Leben», sagt Maria Hafstad. Ihr Mann hat als 21-Jähriger zwei Jahre in Bern gearbeitet und immer davon geträumt, mal in der Schweiz zu leben. Als sie in der schwedischen Ärztezeitung die Job-Anzeige einer Arztpraxis in St. Gallen entdeckte, beschlossen die beiden, ihr Glück in der Schweiz zu versuchen. «Es war nicht zuletzt eine gewisse Abenteuerlust, die uns dazu veranlasste.» Seit November 2012 wohnt und arbeitet Maria Hafstad nun im Arzthaus St. Gallen, ihr Mann kam im März 2013 nach. Das Ehepaar fühlt sich wohl in der Schweiz, auch Pär Hafstad hat mittlerweile einen Job als Physiotherapeut in St. Gallen gefunden. «Es heisst ja immer, es sei schwierig, in der Schweiz neue Leute kennenzulernen, aber das haben wir ganz anders erlebt. Schweden und Schweizer sind sich wohl nicht so unähnlich», sagt sie und lacht. «Eine Herausforderung war allerdings das Schweizerdeutsch.»

Wie lange sie bleiben werden, ist offen. «Vielleicht zieht es uns ja doch nach Schweden zurück, wenn dann mal Enkelkinder da sind.» Von der Abstimmung zur Masseneinwanderung hat sie gehört, macht sich jedoch für sich persönlich wenig Sorgen deswegen. «Ich denke aber, dass es für die Schweiz schwieriger wird, falls es ein Ja gibt.»

Ovidiu Herea ist Fussballprofi und spielt beim FC Sion.

Ovidiu Herea aus Rumänien

Er bestritt in den letzten zehn Jahren über 200 Spiele in der höchsten rumänischen Liga für den FC National Bukarest und Rapid Bukarest. Ovidiu Herea (28) ist Fussballprofi und wechselte vergangenen Juli zum ersten Mal ins Ausland – ins Wallis zum FC Sion. «Ich wurde von meinen Mannschaftskameraden gut aufgenommen und fühle mich wohl in der Schweiz.» Bis seine Freundin ebenfalls in die Schweiz zog, wohnte Herea mit seinem Mitspieler und besten Freund Christofi Demetris aus Zypern zusammen. Jetzt lebt das Paar in einer gemeinsamen Wohnung in Conthey bei Sion. «Mein Vertrag läuft über drei Jahre. So lange möchte ich mindestens hier bleiben.» Herea will beim FC Sion beweisen, dass er ein guter Fussballer ist, und sich so für einen Verein in einer grossen Liga empfehlen. Von der SVP-Initiative hat er noch nichts gehört und will sich auch nicht politisch äussern. Stattdessen hofft er, dass ihn seine Familie, die er sehr vermisst, bald besucht.

Porträtbild Katrin Rossi aus Österreich
Für das multikulturelle Paar Katrin und Emmanuel Rossi ist die Schweiz der perfekte Ort, ihre Kinder aufzuziehen.

Katrin Rossi aus Österreich

Katrin Rossi (38) und ihr Mann Emmanuel (46) sind veritable Weltenbürger: Sie ist in Graz aufgewachsen, er halb Italiener und halb Franzose. Das Ehepaar lernte sich vor acht Jahren in Sydney kennen, lebte danach in Rom, Trieste und Mailand und zügelte vor rund zwei Jahren zusammen mit dem 3- und 5-jährigen Nachwuchs von Norditalien nach Thalwil am Zürichsee. «Weil die Arbeitssituation in Italien nicht so rosig ist, wollten wir weg aus dem Land, wobei Zürich unsere absolute Wunschdestination war», erzählt Katrin Rossi.

Ihr Mann arbeitet als Bauingenieur für Siemens in Steinhausen ZG, sie seit kurzem als Marketingspezialistin bei der Österreich Werbung in Zürich. Als multikulturelle Familie, die Deutsch, Französisch und Italienisch spricht, komme die Internationalität der Schweiz wie gerufen. «Für uns ist sie deshalb der perfekte Ort, um unsere Kinder grosszuziehen», sagt die gebürtige Steirerin. «Nach all den Jahren in der weiten Welt sind wir jetzt zu Hause angekommen.» Die SVP-Initiative macht ihr keine Sorgen, trotzdem hat sie mal nachgesehen, wie lange ihr Ausländerausweis gültig ist: bis 2016.

Porträtbild Keith Normand aus Schottland.
Seine Freundin Stefanie ist der Grund, weshalb Keith Normand aus Schottland in die Schweiz zog.

Keith Normand aus Schottland

Die Schweizerin Stefanie (20) ist der Grund, weshalb Keith Normand (23) auswanderte. Sie arbeitete vor zwei Jahren mit seinem Mitbewohner in einem Hotel an der schottischen Ostküste. An einem Monopoly-Abend in der Männer-WG funkte es zwischen den beiden. Im März 2013 folgte der Umzug in die Schweiz. Die Einreise war mit viel Bürokratie verbunden. Am meisten überraschte Normand, dass er sich hier selbst um eine Krankenversicherung kümmern muss. Dafür schätzt er die Schweizer Hilfsbereitschaft und das Gemüseangebot in der Migros. Dass Englisch seine Muttersprache ist, kam ihm für eine Anstellung zugute: Seit April ist er Praktikant in einem zweisprachigen Kindergarten in Zollikon ZH.

Um wie in Schottland als Pfleger für Menschen mit psychischen Problemen zu arbeiten, muss Keith Normand erst sein Deutsch verbessern. Dafür besucht er zweimal pro Woche einen Sprachkurs. Richtig Mühe macht ihm aber der Dialekt: «Manchmal kann ich schweizerdeutsche und hochdeutsche Ausdrücke nicht auseinanderhalten.» Dass die Familie seiner Freundin konsequent mit ihm Deutsch spricht, helfe ihm sehr.

Porträtbild Antonio De Vivo aus Italien.
Antonio De Vivo und seine Frau Carmen wollen nicht mehr zurück nach Italien.

Antonio De Vivo aus Italien

Antonio De Vivo (32) lebt seit Oktober 2012 in der Schweiz. Er stammt aus Süditalien und hat eine Ausbildung als Baukostenplaner. Da er in seiner Heimat lange keine Arbeit auf seinem Beruf fand, führte er während einiger Jahre eine Bar. Seine Frau Carmen Stringile-De Vivo (29) hat eine Hotelfachschule abgeschlossen und ist ein halbes Jahr nach ihrem Mann in die Schweiz gekommen. Die beiden wohnen in Gossau SG und haben eine Tochter (1), um die sich derzeit die Grosseltern in Italien kümmern. Sie soll aber schon bald in die Schweiz nachkommen, denn ihre Eltern vermissen sie sehr.

In der Schweiz hat Antonio De Vivo erst zehn Monate als Pizzaiolo, später in einer Metallfabrik und zuletzt als Handlanger auf dem Bau gearbeitet. Derzeit sucht er einen neuen Job. Carmen arbeitet als Putzfrau. Das Ehepaar will nicht mehr zurück nach Italien: «Wir hoffen auf eine bessere Zukunft, auch für unsere Tochter.» Beide besuchen einen Intensivkurs, um Deutsch zu lernen. Der Ausgang der Abstimmung macht ihnen keine grossen Sorgen: «Wir sind ja jetzt schon hier. Auch wollen wir uns wirklich integrieren und der Schweiz unser Bestes geben.»

Der Niederländer Tim van Duren arbeitete erst in London, nun in Zürich.

Tim van Duren aus Holland

Der Niederländer Tim van Duren (36) befindet sich seit Mai letzten Jahres in der Schweiz. Er arbeitet als Product Manager im Bereich Versicherungsverbriefungen von Schroder Investment Management. Bevor er nach Zürich kam, hat er in London gearbeitet, wo er von seiner heutigen Arbeitgeberin aktiv abgeworben wurde. Die Firma hat seinen Umzug organisiert und ihm bei seiner Ankunft für die ersten Wochen ein möbliertes Appartement zur Verfügung gestellt. Tim van Duren fühlt sich in der Schweiz sehr wohl: «Zürich ist ruhiger und relaxter als London, aber trotzdem eine Grossstadt mit internationalem Flair.» Von der SVP-Initiative hat er gehört, er macht sich allerdings keine grosse Sorgen: «Ich habe einen B-Ausweis und eine 100-Prozent-Stelle.» Im Oktober hat Tim van Duren seine holländische Freundin geheiratet, die mit ihm in die Schweiz gezogen ist und seit kurzem als Brand Managerin für eine international tätige Brauerei arbeitet.

Autor: Reto Wild, Bettina Leinenbach, Reto Vogt, Andrea Freiermuth, Silja Kornacher