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08. September 2014

Einstein der Legosteine

Er liebt die Natur, «Spick»-Hefte und Tüfteleien mit allen möglichen Materialien – unter anderem mit Lego-Steinen. Dank einer eigenen Erfindung darf sich Mat Aschwanden aus Zürich «EinStein des Jahres» nennen.

Einstein der Legosteine Mat Aschwanden
Der achtjährige Mat inmitten seiner Lego-Welt.

Köpfchen, Beile, Schwerter, Hüte, Rümpfe, Flammen, Flaggen, Rädchen und Hunderte von bunten Steinen: Der Boden in Mat Aschwandens (8) Zimmer ist praktisch lückenlos bedeckt mit Lego-Steinen. Inmitten des bunten Kunststoffmeers sitzt der Junge und werkelt an einem Gebilde, das wie eine Kreuzung aus Mondfahrzeug und Pistenraupe aussieht.

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«Wald-Recycling-Aufräummaschine» nennt Mat das selbst entworfene Konstrukt. Damit hat der Viertklässler den diesjährigen Lego-Wettbewerb «EinStein» für die originellste Idee gewonnen und 319 Schweizer Kinder auf die Plätze verwiesen. Der Preis: ein Wochenende in Berlin für die ganze Familie, selbstverständlich inklusive Besuch des Lego Discovery Center.

Woher die Leidenschaft für Lego kommt, weiss niemand

Mats Waldmaschine soll Müll sammeln und gleich zu neuen Abfalleimern rezyklieren. Die Idee hatte Mat, weil er «für die Natur geschaffen» sei, wie er selber sagt. Ja, sie seien viel draussen mit ihm und seiner Schwester Joy (6), erklären die Eltern Barbara und Urs Aschwanden (beide 44). Manchmal, etwa wenn die Sonne scheine und er wieder stundenlang nur mit Lego spielen wolle, müsse sie den Jungen aber auch rausscheuchen, so die Mutter.

Die Folgen seiner Bauwut: «Ich habe immer eine Schwiiornig im Zimmer», sagt Mat und kichert, während sein Vater die Augenbrauen hochzieht. Immerhin diente das tägliche Lego-Schlachtfeld als Inspiration für die preisgekrönte Idee: «Mein Papi und ich wollten etwas erfinden, das auch beim Aufräumen hilft.»

Mat Aschwanden tüftelt gerne.
Mat Aschwanden tüftelt gerne.

Wie viele Lego-Teile er besitzt, weiss Mat nicht. «Über 20», schätzt er. Tatsächlich müssen es Tausende sein. Seit zwei Jahren bekommt der Schüler zu Geburtstag und Weihnachten ausschliesslich Lego geschenkt. Aber das ist in Ordnung für ihn, seine Begeisterung dafür ist ungebrochen. Woher diese Leidenschaft kommt, weiss niemand. In der Schule ist «Mensch und Umwelt» Mats Lieblingsfach. Lesen ist nicht sein Ding, Tüfteln schon. Seine Mutter ist von Beruf Stadtführerin und Übersetzerin, der Vater bei einem RAV für Jobsuchende aus der Gastrobranche zuständig. Mat möchte dereinst Schauspieler werden. Sollte das nicht klappen, wäre auch ein Job als Lego-Entwickler völlig okay. Eine Idee hat er schon: farbig gemusterte Einzelsteine.

Autor: Yvette Hettinger