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16. Dezember 2013

Einmischen erwünscht

Wenn Jugendliche sich im Internet bewegen, sollen die Eltern sich einmischen, fordert die Organisation Pro Juventute. Sehen Sie den zweiminütigen Aufklärungskurzfilm zum Thema von Pro Juventute.

Ausschnitt aus dem neuen Aufklärungsvideo von Pro Juventute: Ein Jugendlicher erzählt von seinen Erfahrungen mit WhatsApp.
Ausschnitt aus dem neuen Aufklärungsvideo von Pro Juventute: Ein Jugendlicher erzählt von seinen Erfahrungen mit WhatsApp.

Vor laufender Kamera geben Jugendliche Einblicke in heikle Erlebnisse auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Am Ende des zweiminütigen Kurzfilms fordern die Jugendlichen die Eltern auf, mit ihnen über diese Themen zu reden. 20 solcher Szenen enthält der Aufklärungskurzfilm. Mit dem unten einsehbaren, auf YouTube und www.projuventute.ch/sexting abrufbaren Video will Pro Juventute Eltern ermutigen, sich in die Online-Welt, in der ihre Kinder so oft unterwegs sind, einzumischen.

«Es ist Aufgabe der Eltern, sich dafür zu interessieren, was ihre Kinder in der Schule und in der Freizeit machen und mit wem sie unterwegs sind. Diese Anteilnahme muss sich auch auf die virtuelle Welt ausdehnen», sagt Daniela Melone (46), Leiterin Elternberatung bei Pro Juventute. Doch machen nicht die meisten Jugendlichen den Rolladen runter, weil es für sie völlig uncool ist, mit den Eltern darüber zu reden, was man auf Facebook so tut? «Das ist zweischneidig», sagt Daniela Melone. «Pubertierende haben die Aufgabe, sich abzulösen von den Eltern, und dazu brauchen sie ihre privaten Räume, in denen die Eltern nichts zu suchen haben. Anderseits haben Letztere die Verantwortung und sollen wissen, was passiert.» Das heisse aber natürlich nicht, dass man ständig überwacht und immer mal wieder reinschaut beim Facebook der Kinder. «Das wäre ein Vertrauensbruch», sagt Daniela Melone. Sie erzählt, wie sie selber es macht bei ihrer 15-jährigen Tochter: «Ich sage ihr ab und zu: Heute Abend gehen wir zusammen auf Facebook, und ich will schauen, was für Fotos du dort von dir hast.»

Sehr wichtig ist für Daniela Melone, dass Eltern eine Ahnung haben, wie Facebook funktioniert. Sie rät ihnen, sich selber einen Account anzulegen. «Das ist ein guter Einstieg. Man kann die Kinder fragen: Kannst du mir zeigen, wie ich das machen muss? Und schon ist man im Gespräch.»

Autor: Daniel Schifferle