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25. November 2013

Einkaufen ohne Theater

Einkaufen mit Kindern kann ganz schön stressig sein. Wie man es anstellt, dass das gemeinsame Einkaufen nicht zum Drama ausartet.

Zwängelndes Kind und seine Mutter im Supermarkt
Nerven behalten: Bleibt man trotz Zwängeln gelassen, überträgt sich das aufs Kind. (Bild: Getty Images)

Schoggistängeli, Chips, Spielzeug — Kinder entdecken beim Einkaufen so einiges, was sie haben wollen, und ziehen dafür alle Register: Zwängeln, Dinge aus dem Regal zerren, Tobsuchtsanfälle, auf dem Boden wälzen. Doch mit etwas Vorbereitung können Eltern verhindern, dass der Einkauf zum Riesenstress wird.

DREI WEGE ZUM ENTSPANNTEN EINKAUF
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Ein guter Anfang ist zum Beispiel, den Einkaufszettel gemeinsam zu schreiben. «Es ist wichtig, die Kinder aktiv miteinzubeziehen. Je mehr ein Kind sich integriert fühlt, umso besser kooperiert es», sagt Erziehungsberaterin Annerös Treichler-Kiener aus Mellingen AG. Gut ist auch, wenn man nach dem Frühstück oder Zmittag einkaufen geht. Denn wer hungrig einkauft, macht dies eher unkontrolliert. Das ist auch bei Kindern so. Sie sollten daher satt und ausgeschlafen sein. Die Erziehungsberaterin empfiehlt, Kinder mit kleinen Aufträgen zu beschäftigen: «Du darfst für den Znacht ein feines Brot aussuchen.»

Verlockungen lauern gerne auf Augenhöhe der Kinder. So entpuppen sich die Spielzeugabteilung, das Süssigkeitenregal oder der Kassenbereich als eigentliche «Gefahrenzone», mit der es bewusst umzugehen gilt. «Es hilft, dem Kind zu erklären: ‹Weisst du, die Süssigkeiten sind extra bei der Kasse, damit wir sie kaufen. Aber wir sind schlau und lassen uns nicht reinlegen›», sagt die Erziehungsberaterin. Wurde entschieden, dass es keine Gummibärchen gibt, dann sollte es auch dabei bleiben. «Standhaftigkeit ist wichtig: Ja ist ja, nein ist nein.» Entspannend wirkt auch, freundlich auf das Kind einzugehen: «Ich weiss, du hättest diese Guetsli gerne. Aber sie stehen heute nicht auf unserer Einkaufsliste.» Eltern können Kinderwünsche auch aufnehmen, indem sie sagen: «Wie wäre es, wenn wir den Plüschhund auf deinen Weihnachtswunschzettel schrieben?»

Den Laden verlassen, bis das Kind sich beruhigt hat
Besonders unangenehm ist es, wenn Kinder laut toben, nicht mehr zuhören und mit aller Macht versuchen, ihre Wünsche durchzusetzen. Auch wenn es schwerfällt: Eltern sollten versuchen, das zu ignorieren. Dabei gilt es, auch mal böse Blicke auszuhalten oder sich nicht von Ratschlägen anderer Kunden beeindrucken zu lassen. Annerös Treichler-Kiener: «Nützt alles nichts, dürfen Eltern das Kind ruhig auch einmal an der Hand nehmen, nach draussen gehen und ihm erklären: ‹Sobald du dich beruhigt hast, gehen wir wieder in den Laden, dann kannst du mir helfen.›» So können Eltern die Aufmerksamkeit des Kindes auf eine konstruktive Aufgabe lenken. Wenn sich Eltern zudem nicht nervös machen lassen, zeigen sie, dass sie die Situation unter Kontrolle haben. Also ruhig und gelassen beleiben. Das überträgt sich auf die Kinder und andere Kunden.

Autor: Priska Plump