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28. April 2014

Eingetopft

Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin haut Gemüse in den Topf. Erst einmal in den Pflanztopf, später dann in den Kochtopf.

Nahaufnahme Töpfe
Sogar leer nett fürs Auge: Topfparade bei Bohneblueschts.

Ich habs ja nicht so mit Blumentöpfen. Nein, falsch, ich hätte es sogar sehr damit. Nur ist es halt so, dass ich mich im Sommer meist für zwei, drei Wochen vom Acker mache, um zu schauen, wie anderer Länder Gärtner gärtnern. Mit der Folge, dass der «Bohne, Bluescht & Berger»-Garten in dieser Zeit fremdgegossen wird. Und da meine 4 x 5 Meter Gemüsebeet recht durstig sind (von den Blumen und Beeri und Hasen und Hühnern gar nicht zu reden), lasse ich halt jeweils schweren Herzens die Finger von zusätzlicher Anbaufläche in Topfform.

In diesem Gartensommer aber ist alles anders: Wir haben uns für Uhu-Ferien – Ferien «ums Huus ume» – entschieden. Mit der netten Nebenerscheinung, dass ich heuer endlich mal aus den vollen Töpfen schöpfen respektive all die Pflanzgefässe, die sich im Laufe der Zeit in Schopf, Garage und Keller angesammelt haben (woher eigentlich?) reaktivieren kann.

Töpfe im Schopf gestapelt
Extra fürs Föteli schön-gestapelt: die Töpfe im Schopf.

Ich schreibe im Übrigen bewusst «Pflanzgefässe», denn das, was die neudeutschen «Urban Gardener» können, kann ich Agglo-Gärtnerin schon lange. Und so werde ich neben meinen hundskommunen Blumentöpfen und Balkonkistli alles mit Samen und Setzlingen bestücken, was ein paar Handvoll Erde fasst und mit Abflusslöchern versehen werden kann: alte Zinkwannen (Stangenbohnen?), Olivenölkanister (Mangold?), das halbe Weinfass, das in unserem Garten einst als Miniteich begonnen hat (Cherrytomaten oder vielleicht Auberginen?), die Weinkisten von der letzten Party (Schnittsalat!).

Noch mehr Töpfe im Schopf gestapelt.
Die alten Büchsen rechts unten dienen übrigens als Mini-Schneckenzäune.

In den Gemüsebeeten pflanze ich dann Erdöpfel, Höckerli sprich Buschbohnen, kombiniert mit Mais für die Hühner, Hasen und den Grill, Rüebli und Fenchel. Schon lange versuchen will ich es auch mal mit Pak Choi, einem Verwandten des Chinakohls. Honigmelonen würden mich auch reizen, aber die süssen Früchtchen pflanz ich dann vielleicht doch besser in einen Topf. Pflanzgefässe haben nämlich einen grossen Vorteil (neben dem Nachteil, dass sie regelmässig zu giessen sind): Sie sind – meist – mobil. Das heisst, wenn nach einem Platzregen die Schleimer beispielsweise auf meinen Schnittsalat Kurs nehmen, kann ich diesen in seiner Kiste einfach – ätsch! – rauf auf den Terrassentisch stellen.

Das allerschönste an Töpfen & Co. aber ist: Während die Beete irgendwann mal einfach aus allen Nähten platzen, kann ich in meinem Topfgarten bei Platzmangel einfach noch ein paar weitere Gefässe aufstellen. Irgendein Behältnis wird sich schon finden, und sei es eine der Mehrweg-PET-Recycling-Einkaufstaschen der Migros (Einkaufswägeli kann ich ja hier nicht gut empfehlen, auch wenn die gerade bei den «Urban Gardener» sehr beliebt sind …) Und eine alte WC-Schüssel, wie im letzten Jahr in einem Urban Garden in Kopenhagen gesehen, die verklemm ich mir auch.

Urban Gardening auf dem Balkon
Auch wer keinen Garten hat, kann sein eigenes Gemüse ziehen. Selbst auf dem Fensterbrett gedeihen Krautstiel oder Kürbis, wie Gärtnerin Claudia Sifrig
im grossen Interview mit «Bohne-, Bluescht- & Berger»-Bloggerin Almut Berger erklärt.

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger