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08. September 2014

Eine Passion für das Weingebiet Lavaux

Am 13. und 14. September feiert die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Region Lavaux am Genfersee ihre Weine und ihr Terroir.

Lavaux mit Genfersee
«Lavaux Passion» feiert Mitte September seine Premiere (Bild: Philippe Dutoit).

«Lavaux Passion» ist eine neue Veranstaltung zu Ehren des Rebbaugebiets – eine Kombination aus Degustationskreuzfahrt, Winzerfest und Entdeckungsreise in die Rebberge am Genfersee. Wenn es «Lavaux Passion» heisst, laden Winzer künftig jährlich dazu ein, Weine und Kulturerbe zu entdecken. Der Anlass zu Land und zu Wasser findet erstmals am 13. und 14. September statt. Er wird jedes Jahr an einem anderen Ort durchgeführt, um dem Publikum die Vielfalt des Lavaux aufzuzeigen.

Beim Treffpunkt im Winzerdorf Cully erhält man an der Place d’Armes für 25 Franken das Weinglas «Lavaux Passion», das einem Zugang zu den Degustationen und den meisten Aktivitäten verschafft. Vor der Degustationskreuzfahrt bleibt Zeit für einen Imbiss oder einen Besuch an den Ständen, wo die regionalen Winzer ihre Produkte präsentieren. Die Stände an Bord der «MS Lausanne» vermitteln Wissenswertes über Wein und dazu passende Speisen. Zurück an Land, geht es mit einem Shuttlebus auf die Place des Vignerons in Grandvaux, wo die Winzer Einblick in ihre Arbeit gewähren.

Noch bis Ende Oktober 2014 profitieren Weinliebhaber und Feinschmecker von besonderen Angeboten einer Waadtländer Weintourismus-Kampagne: Der kostenlose Provinopass ist ein Degustationspass und bei 150 Winzern gültig. Vom 16. bis 27. September rückt Globus Delicatessa die Waadtländer Weine und regionalen Spezialitäten ins Rampenlicht: An thematischen Ständen werden unter dem Motto «Wein und Terroir» die Rebensäfte sowie die typischen Produkte präsentiert.

Die Veranstaltung «Lavaux Passion» wird künftig jährlich durchgeführt, jeweils in einem anderen Ort des Unesco-Weltkulturerbes (Bild: Philippe Dutoit).

Weinempfehlungen: Les Frères Dubois aus Cully (degustieren Sie eine Flasche Dézaley-Marsens De la Tour Vase 4, Grand Cru «La Baronnie», einen eleganten, ja majestätischen Chasselas, der zu Fisch, Käse und selbst zu Zürcher Geschnetzeltem passt). Alternative: Winzer Blondel, der ebenfalls in Cully zu Hause ist. Sein Pré-Lyre aus St-Saphorin (15 Franken) besticht durch seine kräftig-süsse Nase mit einem Ananasduft. Er ist sehr zugänglich, ohne zu viel Säure. Blondels Virtuose, eine Cuvée aus Epesses mit Gameret, Garanoir und Diolinoir, zeigt, dass die Waadtländer Winzer auch schöne Rotweine haben. Der zwei Jahre im Eichenfass ausgebaute Tropfen duftet nach überreifen Erdbeeren und passt hervorragend zu Wild.

Der Kanton Waadt ist mit einer Rebfläche von 3818 Hektar nach dem Wallis der grösste Weinbaukanton der Schweiz und besteht aus sechs kontrollierten Herkunftsbezeichnungen (AOC). Das Lavaux-Gebiet, das seit 2007 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt und gut 20 Prozent der Waadtländer Rebfläche ausmacht, befindet sich auf einer Länge von rund 30 Kilometern zwischen Lausanne und dem Schloss Chillon. Typisch sind die steilen Rebterrassen, die gut strukturierte, komplexe, ausgeprägt sortentypische Weine hervorbringen.

Unbedingt besuchen sollte man das Vinorama in Rivaz (geöffnet von Mittwoch bis Sonntag, 10.30 bis 21.30 Uhr) und die malerischen Winzerdörfer des Lavaux wie Cully, Epesses oder St-Saphorin. Eindrucksvoll ist die dreistündige Wanderung auf dem Rebenweg von St-Saphorin nach Lutry. Übernachtungs- und Gourmettipp: die L’Auberge du Raisin in Cully. Der Dreigänger «Menu gourmand» kostet 58 Franken. Günstige Alternative zum Übernachten: das B&B bei Yolande Perdrizat-Duboux am Chemin du Vigny 10 in Cully.

Autor: Reto E. Wild