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25. Januar 2016

Soll man eine Entschuldigung erzwingen?

Kolumnist und Knigge-Experte Philipp Tingler gerät beim Thema ins Schwärmen. Doch wie halten Sie es mit der Kardinaltugend: Pochen Sie auf ein Sorry, und wann?

Entschuldigung wie aus der Pistole geschossen
Eine Entschuldigung wie aus der Pistole geschossen: Kann man das verlangen?

«Eine Entschuldigung ist ein grundlegender sozialer Akt und zugleich etwas Wunderbares, weil von ihr Wiedergutmachung ausgeht.
Sich entschuldigen zu können, ist eine gesellschaftliche Kardinaltugend.

Umso schlimmer ist es, wenn die Entschuldigung ausbleibt. Weil zum Beispiel der Gast, der eines der Champagnergläser Ihrer Grossmutter fallen lässt, schon ziemlich beschwipst ist. So schwelt ein Vorgang vor sich hin, der eigentlich rasch und graziös erledigt werden könnte. Falls Ihnen die betreffende Person wichtig ist, ist es das Beste, wenn Sie die Sache ansprechen: Sagen Sie, dass Sie eine Entschuldigung zu schätzen wüssten. Das wirkt entlastend und klärt die Beziehung. Wenn Ihnen die Person nicht so wichtig ist: diese einfach nie wieder einladen. Oder das nächste Mal Pappbecher austeilen. Und falls Sie selbst noch irgendeine Entschuldigung nachholen müssen: Tun Sie es jetzt!»

VERLANGEN SIE SELBST EINE?
Wie halten Sie es: Pochen Sie auf eine Entschuldigung? In welchen Fällen?
Verraten Sie es in einem Kommentar.

Autor: Philipp Tingler

Illustrationen: Andreas Klammt