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25. Januar 2016

Ein Traum auf vier Rädern

Stolzer väterlicher Chauffeur im Wunschtraum der Frau
Stolzer väterlicher Chauffeur im Wunschtraum der Frau mit Limo-Trennscheibe zum reinen Passagierbereich. (Bild: Fotolia)

Wir wollen demnächst unser Familienauto verkaufen. Dafür brauche ich Ihre Hilfe: Kennen Sie eine Autowerkstatt, in der man seinen Wagen wortwörtlich auf den Kopf stellen lassen kann? Also mit den Räder nach oben? So, dass all die Krümel, die sich in neun Jahren in unserer Karre angesammelt haben, herausfallen würden? (Unter uns: Ich schätze, wir könnten so Paniermehl gewinnen.)

Ich ahne, dass es diese Art von Service nicht gibt. Also läuft es darauf hinaus, dass ich das selbst erledige. Staubsaugen, bis der Dyson glüht, all die verborgenen Spalten ausräumen, Schätze bergen und so weiter. Ich freue mich besonders auf die Gitter der Klimaanlage. Das wird cool.

Ich überlege gerade, dass wir den Wagen auch noch ein paar Jährchen weiterfahren könnten. Andererseits wäre ein moderneres, umweltfreundlicheres Modell auch nicht schlecht. Herr Leinenbach (der zu 99,9 Prozent mit der Bahn unterwegs ist), hat sich schon viele Gedanken zu dem Thema gemacht.
Eines steht fest: Er möchte keinen Familienvan mehr, und die Kindernamen-Kleberli an der Heckklappe sollen auch weg. Er wünscht sich ein sportliches Modell, mit dem man zwar Kinder transportieren kann, es aber nicht muss. Von einem Gefährt, das Parklücken komplett ausfüllt und mit dem man im Bedarfsfall auch den Aletschgletscher hochfahren kann. Gerne mit vier Ringen auf dem Kühlergrill. Ein schwedisches Fabrikat wäre aber auch okay, sagt er. Mit diesem Auto würde er dann unsere Töchter – wie in der Werbung – zum Gleitschirmfliegen oder Bungeespringen fahren. Und die ganze Zeit läuft im Hintergrund Rapmusik …

Das Auto meiner Träume hätte andere Qualitäten. Die Marke und all das wäre mir wurscht, aber es müsste einen grossen Kofferraum haben. Und abwaschbare Ledersitze, damit Flüssigkeiten nicht mehr einsickern, sondern neu abgewaschen werden können. Eine Sitzheizung wäre auch nett, da ein kalter Hintern schlechte Laune macht. Am wichtigsten wäre mir aber eine Trennwand, die man per Knopfdruck zwischen der vorderen und der hinteren Sitzreihe hochfahren kann. Und ich wünsche mir so eine Krümelschublade, wie sie unser Toaster hat. Ist die Karre dreckig und zugemüllt, einfach rausziehen, ausleeren, wieder zurückschieben. Fertig.

Autor: Bettina Leinenbach