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18. Januar 2017

Ein Tomatenhaus auf Reisen

Kriegt eine Schrebergärtnerin eine grössere Parzelle zugewiesen, herrscht erst einmal Freude. Anschliessend heissts dann aber anpacken – gerade, wenn ein selbstgebautes Tomatenhaus mit auf die Reise soll.

Noch steht das Tomatenhaus am alten Ort.
Noch steht das Tomatenhaus am alten Ort.
Lesezeit 2 Minuten

Vielleicht erinnert Ihr Euch ja noch an meinen Artikel «Tomatenhausbau à la Bohnebluescht» von vor zweieinhalb Jahren. In diesem beschrieb ich, wie mein Herzensmann für eine gute Freundin ein Tomatenhaus aus alten Fenstern gebaut hat.
Nun, diese gute Freundin hat auf Ende Jahr eine grössere Schrebergartenparzelle beziehen dürfen. Zwar nur einer Parzelle weiter als bisher, nur kann so ein «nur» ganz schön weit sein, wenn es darum geht, neben diversen Pflanzen auch ein Tomatenhaus zu zügeln. Doch das darf sie Euch gern gleich selber erzählen. Die Geschichte geht ungefähr so:
«Nachdem vier kräftige und einigermassen junge Menschen es nicht schafften, das Häusle als Ganzes überhaupt nur anzuheben, geschweige denn einen Garten weiter zu zügeln (kippen ging gerade so knapp), haben wir beschlossen, die Fenster rauszuschrauben und sie separat zum Gerüst zu zügeln.
Gesagt getan. Das war aber an Tag zwei und nur noch zwei Menschen vor Ort (einer jung und kräftig, der andere ich). Die Fenster konnten wir gut zügeln, das Gerüst war immer noch zu schwer.
Also nochmals den Akkuschrauber gezückt und das Dach inklusive Eckpfeiler vom seinem Fundament getrennt. Da warens also noch zwei Teile. Und die konnten von zwei Menschen recht gut die ungefähr 30 Meter bis zu ihrem neuen Standort getragen werden. Der eine Mensch hatte hinterher eine Woche lang Rückenweh, aber sonst lief alles gut.
Die Fenster lagern zur Zeit unter dem Vordach der neuen Gartenlaube, derweil das Fundament bereits an seinem neuen Bestimmungsort liegt. Das Dach liegt daneben, die Holzpfeiler an den leicht gelockerten Schrauben in die Horizontale gekippt. Und die ganze Pracht im Moment natürlich unter einer dicken Schneeschicht begraben. Aber die Bilder habe ich vor dem Schneefall gemacht.
Wo das Häusle mal stand, erinnert fast nichts mehr daran. Ausser vielleicht der Komposthaufen, der ihm in den letzten Jahren Halt bot, wenn wieder mal der Westwind etwas gar ruppig über den Schrebengarten fegte.»
Meine Freundin hat mir übrigens versprochen, den Wiederaufbau des Häusles im neuen Garten auch zu dokumentieren. Ich freu mich schon auf die Fotos!