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02. Juni 2014

Ein Platz an der Sonne

Wie viele Sitzplätze braucht der Gartenmensch? Immer noch einen mehr, findet die «Bohne, Bluescht & Berger»-Bloggerin.

Sitzplätzli beim Hünherstall
Der neuste Sitzplatz und damit immerhin Nummer 6 im «Bohnebluscht»-Garten.

Kürzlich philosophierten wir hier über die Frage, wie viele Dinge der Gartenmensch brauche, um glücklich zu sein. Drei Häckerli oder vielleicht doch nur zwei? Vier Giesskannen oder eher fünf? Ich meinerseits kam nach der Auflistung meiner Gartenhabseligkeiten zum Schluss, dass ich immerhin auf 3½ Paar Gartenhandschuhe, eine Rasenkantenschere (kaputt) und eine Fuchsschwanzsäge verzichten könnte.
Bei was ich mich hingegen niemals einschränken kann und will, sind Gartensitzplätze. Im Gegenteil: Ich brauche immer noch einen mehr. Und jeder hat seine Berechtigung, auch wenn das mein Herzensmann ganz anders sieht. Wenigstens unsere grosse Holzterrasse mit dem grossen Esstisch - unser Gartensitzplatz Nummer 1 - ist unumstritten. Dito das kleine Bistrotischplätzli (Nummer 2) gleich nebenan, das anders als Nummer 1 regengeschützt ist. Ebenfalls Einigkeit herrscht darüber, dass ein Teich ohne Sitzgelegenheit (Nummer 3) ein No-go ist. Schliesslich will man hier Molchis beobachten und die Füsse im Wasser baumeln lassen.

Gewisse familieninterne Disharmonien gibts hingegen bei Nummer 4, meinem «Vor-der-Haustüre»-Refugium. Dort, wo eigentlich unsere Velos stehen sollten (sagt mein Herzensmann), kann ich dank eines weiteren Bistrotischlis jeweils morgensonnebeschienen die Zeitung lesen. Und der Sohnemann all das deponieren, was ihm unterwegs über den Weg gelaufen ist und ich nicht unbedingt in unserer guten Stube will (Ihr möchtet keine Details wissen, glaubt es mir!). Umstritten ist auch die Nummer 5, ein lauschiges Örtchen direkt vor dem Schopf, wo die Rosenranken und Kiwizweige das Sonnenlicht aufs Schönste filtern, und von dem mein Herzensmann behauptet, es sei einfach nur überflüssig – pffffffff.
Einig hingegen sind wir uns wieder bei Sitzplatz Nummer 6, einem kleinen Holzpodest, das mit dem Einzug unserer Berner Hüehntschis opportun wurde. Schliesslich gibt es nichts Entspannenderes, als den vier Damen beim Scharren zuzuschauen, und das geht nun einmal am besten im Sitzen und am allerbesten mit einem Glas Wein oder Bier in der Hand.

Somit also alles am rechten Platz im «Bohne, Bluescht & Berger»-Garten? Schön wärs. Vor ein paar Tagen sassen wir beim Znacht auf Nummer 1 plötzlich im Schatten – die zwei riesigen Birken in Nachbars Garten hatten ihre kritische Höhe erreicht. Ein Fall für Nummer 7? Die ungnädige Reaktion meines Herzensmanns hat mich dazu bewogen, mir Gedanken über den Kauf einer Festbank zu machen. Eine Festbank kann man überall auf der Wiese hinstellen, immer schön der Sonne nach und vor allem – ganz ohne Sitzplatz!
Welches sind Eure Lieblingsplätzli im Garten? Zieht Ihr immer der Sonne nach, oder seid Ihr mehr der Schattentyp? Outet Euch über einen Kommentar, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos (Infos zu beidem siehe oben rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger