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26. März 2014

Ein Plädoyer für Verstossene

Der Kletterer ohne Seil und Haken.

Schwebefliege auf der Efeublüte
Schwebefliege auf der Efeublüte
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Unser Gemeiner Efeu ist eine faszinierende Pflanze, die einige interessante biologische Eigenschaften aufweist. Er ist unser einziger einheimischer Wurzelkletterer, dessen Wurzeln gleichzeitig zur Ernährung und Haftung verwendet werden. Er ist also kein Schmarotzer, der andere Pflanzen schädigt. Wenn der Efeu im Spätherbst zur Blüte kommt, was etwa im Alter von acht Jahren der Fall ist, bietet er Nahrung für unzählige Insekten, vor allem Schwebfliegen und viele Wespenarten holen sich den zuckersüssen Nektar, den die gelben halbkugeligen Dolden anbieten.

Auch hat man herausgefunden, dass die seltenen Seidenbienen ausschliesslich am Efeu Nektar und Pollen sammeln. Wenn im April die Beeren reifen, sind es dann auch einige Vogelarten, wie Mönchsgrasmücken und Amseln, die sich daran gütlich tun. Bei uns im Garten ist es regelmässig ein Amselpaar, das im dichten Laubwerk des Efeus seine Kinderstube baut. Durch einen gezielten Rückschnitt ist der Efeu gut im Zaun zu halten, so, dass er nur an dem ihm zugewiesenen Platz sein Wachstum entfalten kann.

Der Efeu gehört zu jenen Pflanzen, die eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden sind, er war schon in der alten griechischen Kultur vielen Gottheiten geweiht. Für jeden naturnahen Garten stellt diese bemerkenswerte Pflanze eine Bereicherung dar, sind wir also ein bisschen nachsichtig mit ihr und gönnen ihr eine Nische, wo sie ihren Anteil zu einem artenreichen lebendigen Aussenraum beitragen kann.